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| 05:00 Uhr

Brandenburg
AfD nimmt Piccolo Theater ins Visier

Potsdam. Partei stellt Förderung wegen politischer Stücke infrage. Andere Parteien verteidigen Kunst-Freiheit. Von Benjamin Lassiwe

Brandenburgs AfD hat das Piccolo Theater Cottbus im Visier. In einer Kleinen Anfrage erkundigt sich Landtagsfraktionschef Andreas Kalbitz nach den Gründen für eine Förderung der Spielstätte. Dabei bezieht sich Kalbitz explizit auf die preisgekrönte Produktion „KRG.“, die vor Gefahren des Faschismus warnt. So erkundigt sich Kalbitz danach, „wie viele Stücke mit dezidiert aktuellem gesellschaftlichen und oder politischem Bezug ähnlich dem Theaterstück ,KRG.‘ in dieser Legislaturperiode im Piccolo aufgeführt“ wurden. Gegenüber der RUNDSCHAU sagte  er, seine Fraktion wolle nun detaillierter nach dem Verbleib der Fördermillionen schauen, die von Rot-Rot ausgegeben würden.

„Die Fragen kommen harmlos daher, doch bedarf es wenig Fantasie zu erraten, was die AfD damit bezweckt: Offenbar ist ihr ein Stück wie ,KRG.‘, das die Gefahren eines Wiederauflebens des Faschismus thematisiert, ein Dorn im Auge“, sagte Grünen-Kulturpolitikerin Marie-Luise von Halem der RUNDSCHAU. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Thomas Domres, nannte die Anfrage einen Angriff auf die Freiheit von Kunst und Kultur. Aus Sicht des Landtags aber sind die AfD-Fragen vom Fragerecht der Abgeordneten gedeckt. Kultusministerin Martina Münch (SPD) betonte dagegen die durch das Grundgesetz geschützte künstlerische Freiheit. „Die öffentliche Kulturförderung dient dazu, eine vielschichtige und attraktive Kulturlandschaft zu sichern und damit allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu hochwertigen Kulturangeboten zu ermöglichen“, sagte die Cottbuserin. Die Arbeit im Piccolo sei dafür ein hervorragendes Beispiel. Themen des Tages Seite 3