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| 19:36 Uhr

Ärztepfusch
Ein Drittel der Beschwerden zu Recht

 Die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) beobachtet seit Jahren eine steigende Klagebereitschaft mutmaßlicher Ärztepfusch-Opfer.
Die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) beobachtet seit Jahren eine steigende Klagebereitschaft mutmaßlicher Ärztepfusch-Opfer. FOTO: Z1009 Jan-Peter Kasper / dpa
Potsdam. Gutachter haben im vergangenen Jahr 233 Beschwerden aus Brandenburg zur Behandlung in Kliniken oder bei Ärzten bekommen. In mehr als einem Drittel der Fälle erkannten sie auf Behandlungsfehler.

Treten nach Arztbesuch oder Klinikaufenthalt Beschwerden auf, steht schnell die Frage im Raum: Hat der Arzt Schuld? Patienten können Behandlungsfehler bei der Schlichtungsstelle prüfen lassen. Gutachter haben im vergangenen Jahr weniger Beschwerden aus Brandenburg zur Behandlung in Kliniken oder bei Ärzten bekommen. Reichten Patienten 2016 noch 251 Anträge auf Überprüfung bei der Schlichtungsstelle der Norddeutschen Ärztekammern in Hannover ein, waren es 2017 nur noch 233 Anträge, wie die Landesärztekammer Brandenburg am Mittwoch mitteilte. In mehr als einem Drittel der Fälle bejahten die Gutachter einen Behandlungsfehler. Damit lag die Quote mit rund 36 Prozent bislang über der des Vorjahres (27 Prozent). Allerdings sind noch nicht alle Anträge abschließend geprüft, wie es hieß.

Vier Fünftel der Patienten, die Einträge einreichten, wurden in Brandenburger Kliniken behandelt. Die meisten Anfragen kamen zu geburtshilflichen Fällen, Arthrose und Frakturen, hieß es.

Bundesweit ist die Zahl der festgestellten Behandlungsfehler in Krankenhäusern und Praxen im vergangenen Jahr leicht gesunken. Bestätigt wurden 2213 Fälle. Im Jahr 2016 waren es noch 2245 gewesen, wie die Bundesärztekammer am Mittwoch mitteilte. Im norddeutschen Gebiet der Schlichtungsstelle, die neben Brandenburg neun weitere Bundesländer umfasst, gingen 3888 Anträge ein - damit sanken die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent.

(dpa/gro)