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Ärztemangel droht vielen Regionen Brandenburgs

ARCHIV - ILLUSTRATION - „Sprechzimmer“ ist auf einer Tür am 04.03.2015 in einer Hausarztpraxis in Nürnberg (Bayern) zu lesen. Foto: Daniel Karmann/dpa (zu dpa „Vielen Regionen droht Ärztemangel“ vom 26.04.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV - ILLUSTRATION - „Sprechzimmer“ ist auf einer Tür am 04.03.2015 in einer Hausarztpraxis in Nürnberg (Bayern) zu lesen. Foto: Daniel Karmann/dpa (zu dpa „Vielen Regionen droht Ärztemangel“ vom 26.04.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: Daniel Karmann (dpa)
Potsdam. Wer einen Arzt braucht, muss in Brandenburg schon jetzt teilweise sehr weite Wege in Kauf nehmen. Die Situation wird sich noch verschlimmern. dpa/bb

24 Regionen Brandenburgs haben mit einem Mangel an Ärzten oder einer drohenden Unterversorgung zu kämpfen. Am ehesten fehlt es an Haus- und Augenärzten, wie aus einer Antwort von Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht. Auch bei Frauen-, Kinder- und Hautärzten ist der Bedarf bereits heute oder künftig nicht gedeckt. Die neu gegründete Medizinische Hochschule Brandenburg will dem Ärztemangel begegnen.

Golze bezieht sich bei ihren Angaben auf Untersuchungen des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen aus dem Herbst 2014 und Januar 2015 zur ambulanten Versorgung in Brandenburg. Unterversorgt mit Kinderärzten sind demnach bereits jetzt die Städte Pritzwalk und Wittstock und umliegende Gemeinden in der Prignitz. Im gesamten Landkreis Prignitz gibt es bereits jetzt nicht genug Hautärzte, und Augenärzte fehlen derzeit in einzelnen Bereichen der Kreise Elbe-Elster sowie Oberspreewald-Lausitz.

Eine Unterversorgung mit Hausärzten herrscht derzeit zwar noch nicht, doch in Zukunft ist ein Mangel absehbar, und zwar in gleich 14 Regionen Brandenburgs. Dabei handelt es sich vor allem um Städte und umliegende Gemeinden in Randgebieten des Landes. Deutlich spürbar wird auch ein Mangel an Augenärzten sein - sie werden in sieben Regionen - darunter der Landkreis Spree-Neiße - fehlen.

Brandenburgs niedergelassene und angestellte Vertragsärzte der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) sind durchschnittlich 53,2 Jahre alt. Mit 54 Jahren sind Zahnärzte noch älter.

Die in diesem Jahr eröffnete Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) will dem Ärztemangel mit einer eigenen Ausbildung begegnen. Brandenburg war bislang das einzige Flächenland ohne Medizinische Hochschule.

Auch eine angemessene Vergütung der Ärzte sei nötig, betonte Ministerin Golze. In diese Richtung geht eine Inititiative von KV und Krankenkassen. Sie bieten jungen Ärzten einen Zuschuss von bis zu 50 000 Euro, um sie aufs Land zu locken.