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Ältere Brandenburger müssen Masern-Impfung selber zahlen

Potsdam. Vor 1970 geborene Erwachsene, die sich in Brandenburg gegen Masern impfen lassen, müssen die Kosten dafür unter Umständen selber tragen. Wenn ein Sachse deswegen zum Arzt geht, kann er sich die Kosten dagegen leichter von seiner Krankenkasse zurückholen. Benjamin Lassiwe

Grund dafür ist die Existenz einer Sächsischen Impfkommission, die die Impfung empfohlen habe.

In Brandenburg gibt es eine derartige Kommission nicht, hier gelten die Empfehlungen der bundesweiten Ständigen Impfkommission, die diese Impfung nur für nach 1970 geborene Menschen empfiehlt. Darauf hat der Abgeordnete der Freien Wähler, Christoph Schulze, am Mittwoch im Potsdamer Landtag aufmerksam gemacht. Eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg bestätigte das auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Allerdings gebe es einige Krankenkassen in Brandenburg, die die Masernimpfung für ältere Menschen als freiwillige Leistung erstatteten.

Der Landtag debattierte am Mittwoch über einen Antrag der Fraktionen von Linken und SPD, wonach die Landesregierung stärker für Impfungen werben soll. Ferner soll sich das Kabinett für eine Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Brandenburg sowie über den Bundesrat für die Einführung einer regelmäßigen Impfberatung als Bestandteil der Gesundheitsvorsorge einsetzen. "Wir wollen die Masern eliminieren", sagte die Cottbuser Landtagsabgeordnete Martina Münch. "Wir wollen, dass kein Kind mehr an Masern sterben muss."

Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) sagte in der Debatte zu, die Einrichtung einer Brandenburger Impfkommission zu prüfen. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass die Zahl der Brandenburger, die gegen Masern geimpft seien, bereits relativ hoch sei: 88,1 Prozent aller Kita-Kinder, 95,2 Prozent aller Schulanfänger und 95,4 Prozent aller Zehntklässler sind bereits gegen Masern geimpft.