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| 13:27 Uhr

Jubiläum von „Christoph 39“
ADAC-Rettungshubschrauber in Brandenburg: 10 000 Einsätze in zehn Jahren

Seit zehn Jahren im Einsatz: "Christoph 39", stationiert in Perleberg. Luftrettung wird im ländlichen Raum immer wichtiger. Foto: ADAC Luftrettung/ADAC SE/obs
Seit zehn Jahren im Einsatz: "Christoph 39", stationiert in Perleberg. Luftrettung wird im ländlichen Raum immer wichtiger. Foto: ADAC Luftrettung/ADAC SE/obs FOTO: obs / ADAC Luftrettung
Perleberg. Im Juni 2008 ist „Christoph 39“ vom brandenburgischen Perleberg aus zu seinem ersten Rettungseinsatz gestartet. Der ADAC Rettungshubschrauber wurde damals am Kreiskrankenhaus Prignitz stationiert, um eine bis dahin klaffende Lücke im Luftrettungsnetz zu schließen.

Am heutigen Samstag feiert die ADAC Luftrettungsstation in Perleberg zehnjähriges Bestehen.

Bis zur Indienststellung von „Christoph 39“ waren die Regionen um Perleberg in der Unterstützung durch Luftrettung benachteiligt. Der ADAC Rettungshubschrauber war somit ein großer Gewinn für die Bewohner der dünn besiedelten Flächen der Prignitz und ländlich strukturierten Regionen Nordwest-Brandenburgs. Diese konnten nun notfallmedizinisch schneller und besser versorgt werden konnten. Zudem liegt der Standort im Vier-Länder-Eck: Auch Ziele in Mecklenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt werden angeflogen. Notfallrettung kennt keine Bundesland-Grenzen.

Rund 10000 Einsätze seit 2008

Crewmitglieder von "Christoph 39" auf dem Hangar der ADAC Luftrettungsstation in Perleberg.
Crewmitglieder von "Christoph 39" auf dem Hangar der ADAC Luftrettungsstation in Perleberg. FOTO: ADAC Luftrettung gGmbH / ADAC Luftrettung

Seit dem Jungfernflug des Hubschraubers der ADAC Luftrettung wurden rund 10000 Einsätze absolviert. Allein im vergangenen Jahr wurde der Rettungshubschrauber 1023-mal alarmiert. Die Zahlen unterstreichen vor allem eines: „Christoph 39“ stellt in der ländlich strukturierten Region Brandenburgs eine markante Verbesserung und eine deutliche Entlastung des bodengebundenen Rettungsdienstes dar. Der Helikopter vom Typ EC135 ist nach einem Notruf in etwa zwei Minuten in der Luft und somit in der Lage, jeden Ort im Umkreis von 50 Kilometern in rund 15 Minuten zu erreichen.

Brandenburgs Staatssekretärin im Ministerium des Innern und für Kommunales, Katrin Lange, sagte bei der Eröffnung des Festtages am Samstag „Mit Hilfe von ‚Christoph 39‘ werden Menschenleben gerettet. Er ist Garant dafür, dass verunfallte oder akut erkrankte Menschen auch im dünn besiedelten Nordwesten des Landes schnell medizinisch versorgt werden. Der Hubschrauberbesatzung gilt dafür mein herzlicher Dank.“

20 Teammitglieder für schnelle Hilfe

Am Standort Perleberg sind 20 Teammitglieder im wechselnden Einsatz – 14 Notärzte des Kreiskrankenhauses Prignitz sowie aus der Region, drei Rettungsassistenten/Notfallsanitäter und drei Piloten der ADAC Luftrettung. Eine Crew besteht aus jeweils einem Piloten, einem Rettungsassistenten und einem Notarzt. Der Hubschrauber startet täglich bei Sonnenaufgang, frühestens um 7 Uhr. Die Koordinierung der Einsätze erfolgt über die Regionalleitstelle Nordwest in Potsdam.

Die ADAC Luftrettung ist Bauherr und Finanzier der Station. „Verlässlichkeit und Sicherheit haben im Rettungsdienst ihren Wert“, betonte Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung im Rahmen des Festaktes, und warnte vor diesem Hintergrund erneut davor, sich bei Ausschreibungen von Rettungsdienstleistungen allein dem Diktat des Preises unterzuordnen. „Es darf nicht das billigste Angebot im Vordergrund stehen, es zählt die optimale Versorgung des Patienten“, sagt er.

Einsatzursache Nummer eins waren bei den Rettungseinsätzen 2017 in und um Perleberg mit 57 Prozent internistische Notfälle wie akute Herz- und Kreislauferkrankungen, gefolgt von neurologischen Notfällen (Schlaganfälle) mit 17 Prozent. Acht Prozent der Einsätze gingen auf Verkehrsunfälle und fünf Prozent auf Freizeit- und Sportunfälle zurück. Je vier Prozent gingen auf häusliche Unfälle und Kindernotfälle zurück.

Über die ADAC Luftrettung

Mit mehr als 50 Rettungshubschraubern und 36 Stationen ist die gemeinnützige ADAC Luftrettung eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Seit 2017 gehört sie zur gemeinnützigen ADAC Stiftung. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem und werden immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert und sind im Notfall für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur Stelle.

„Gegen die Zeit und für das Leben“ lautet der Leitsatz der ADAC Luftrettung gGmbH. Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt: Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert wird oder vor Ort vom Notarzt versorgt wird, desto besser sind seine Überlebenschancen beziehungsweise die Chancen, gesund zu werden.

(pm/lsc)