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Acht Kandidaten für die Wahl zu Brandenburgs neuem Sorbenrat

Cottbus. Für die erste direkte Wahl zum Sorbenrat im Potsdamer Landtag stehen acht Kandidaten bereit. Wie der Vorsitzende des Wahlausschusses Jörg Masnik am Montag gegenüber der RUNDSCHAU erklärte, hätten die Bewerber alle Voraussetzungen für eine Kandidatur erfüllt. Christian Taubert

Bis zum 31. Mai 2015 um 10 Uhr kann nun der aus fünf Vertretern bestehende Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden im Landtag gewählt werden. In der Liste stehen: Torsten Mack, Angela Schurmann (beide Spintestübchen Sielow), Dr. Michael Haidan (Museum Drebkau), William Janhoefer, Ute Henschel, Helmut Mattick, Marcus Koinzer und Dieter Freihoff (alle Domowina). Wahlberechtigt ist unter den Sorben/Wenden im Land Brandenburg allerdings nur, wer sich in das Wählerverzeichnis eintragen lässt.

Die drei bisherigen Sorbenvertretungen im Landtag waren stets auf einer Versammlung für die sorbische Öffentlichkeit gewählt worden. Mit dem neuen brandenburgischen Sorben/Wenden-Gesetz ist dieses Prozedere verändert worden: hin zu einer direkten Wahl. Damit waren die Vertreter der slawischen Minderheit in der Niederlausitz der Forderung nachgekommen, alle Sorben im Land mit einzubeziehen. Das bedeutet für den Wahlausschuss allerdings auch, dass neue Wählerlisten erstellt werden müssen, und jeder Sorbe/Wende seine Wahlunterlagen beantragen muss.

"Diese Abstimmung ist ausschließlich eine Briefwahl", betonte Wahlausschuss-Chef Masnik. Allerdings zeigt er sich nach Anlaufschwierigkeiten inzwischen viel optimistischer. "Wir sind schon deutlich über der bisherigen Beteiligung an der Wahl auf Versammlungen im Saal." Er geht zudem davon aus, dass viele Wahlberechtigte auf die jetzt nominierten Kandidaten gewartet haben, um zu entscheiden, ob sie die Briefwahlunterlagen beantragen. "Wir rechnen jetzt mit einem deutlichen Schub", sagte Jörg Masnik.