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| 02:42 Uhr

Abgeordnete kleiner Parteien reden am meisten

An der Spitze der Statistik steht FDP-Fraktionschef Andreas Büttner mit 204 Beiträgen.
An der Spitze der Statistik steht FDP-Fraktionschef Andreas Büttner mit 204 Beiträgen. FOTO: dpa
Potsdam. Manche reden viel, andere fast gar nicht: Im Potsdamer Landtag kommen die Vielredner von den kleineren Fraktionen. Die Abgeordneten sind zum Dauerreden verdammt – weil sie nur wenige Kollegen haben. Alexander Riedel / dpa

Die Zahl der Redebeiträge im Brandenburger Landtag ist sehr ungleich verteilt: In der laufenden Wahlperiode kommt CDU-Fraktionschef Dieter Dombrowski auf 108 Wortmeldungen, während sein SPD-Amtskollege Ralf Holzschuher 43-mal ans Mikrofon schritt. Das geht aus einer Statistik der Parlamentsverwaltung hervor, die bis zur Sommerpause reicht.

Unter den Abgeordneten der großen Fraktionen von SPD, CDU und Linken ist Dombrowski der Vielredner. Er ist der Einzige, der die 100er-Marke knackt. Dombrowski selbst sagt dazu: "Ich rede dann, wenn ich etwas zu sagen habe."

Allerdings sei er als agrar- und umweltpolitischer Sprecher und gleichzeitiger Fraktionsvorsitzender eben auch besonders häufig gefragt.

Übertroffen wird Dombrowski jedoch von mehreren Vertretern von FDP und Bündnis 90/Die Grünen, die naturgemäß häufiger sprechen, weil sich die Redezeit der Fraktionen auf wenige Köpfe verteilt.

An der Spitze der Statistik steht FDP-Fraktionschef An dreas Büttner mit 204 Wortbeiträgen, danach kommt die Grünen-Abgeordnete Ursula Nonnemacher (203) und FDP-Mann Hans-Peter Goetz (157).

Insgesamt meldeten sich die Abgeordneten fast 4000-mal zu Wort. Allerdings spiegelt die Statistik nicht die volle Wahrheit im Plenarsaal wider: Regierungsmitglieder wie Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) oder Umweltministerin Anita Tack (Linke) kommen darin auf keinen einzigen Redebeitrag. Hintergrund: Die Statistiker zählen nur die Beiträge der Abgeordneten.

Reden Platzeck & Co als Amtsinhaber, taucht dies nicht auf. Im Parlament wurde nicht nur geredet und gestritten, sondern auch Politik gemacht.

141 Gesetzentwürfe behandelten die Abgeordneten in 78 Plenarsitzungen seit der Wahl im Herbst des Jahres 2009. Davon wurden 106 verabschiedet. Daneben tagten die Parlamentarier jeweils in ihren Ausschüssen, insgesamt dauerte dies fast 1800 Stunden.