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| 18:51 Uhr

Kirche
500 000 Euro mehr für alte Brandenburger Dorfkirchen

Potsdam. 1800 Dorfkirchen gibt es im Land Brandenburg. Und ihr Erhalt ist oft mühevolle Kleinarbeit.

Es sind vor allem die vielen Hundert ehrenamtlich Engagierten in den Dorfkirchenfördervereinen, die dafür sorgen, dass „die Kirche im Dorf bleibt“ und seit der Wiedervereinigung kein einziges Kirchengebäude aufgegeben werden musste.

Ihr Einsatz soll nun neue Nahrung bekommen: Mit dem Nachtragshaushalt für das Jahr 2018 will das Land Brandenburg rund 500 000 Euro zusätzlich für den Erhalt der Dorfkirchen zur Verfügung stellen.

„Da geht es nicht nur um den religiösen Ort“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach der einmal im Jahr stattfindenden Begegnung der Landesregierung mit der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo). „Da geht es darum, regionale Identität, Geschichte und kulturelle Schätze für unser Land zu sichern.“

Der evangelische Bischof Markus Dröge betonte, dass die Ekbo trotz sinkender Mitgliederzahlen weiterhin in der Fläche präsent bleiben wolle. So subventioniere die gesamte Landeskirche die Präsenz der Kirche in der Region: Während in Berlin ein Pfarrer bis zu 4000 Gemeindeglieder betreuen müsse, sei er auf dem Lande nur für 850 zuständig. Künftig wolle man zudem ein Pilotprojekt starten, bei dem Dorfkirchen unter Beachtung des Denkmalschutzes etwa zu Orten für Sozialarbeit und Beratung umgebaut werden könnten.

Dröge erneuerte zudem seine Kritik am Entwurf eines Brandenburger Bestattungsgesetzes: Aus Sicht der Kirche sollte auch für Fehlgeburten, unabhängig von deren Gewicht, eine Bestattungspflicht bestehen. Dies sei eine Lehre, die er aus der Seelsorge für Eltern, die ihre Kinder verloren haben, gezogen habe.

(iwe)