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| 12:43 Uhr

300 Bienenvölker bedroht
Gefährliche Bienenpest breitet sich in der Lausitz weiter aus

 Imker müssen ihre Bienenvölker intensiv überwachen, damit sich die gefährliche Amerikanische Faulbrut nicht ausbreiten kann.
Imker müssen ihre Bienenvölker intensiv überwachen, damit sich die gefährliche Amerikanische Faulbrut nicht ausbreiten kann. FOTO: dpa / Patrick Seeger
Luckau. Im Landkreis Dahme-Spreewald gibt es neue Fälle von Amerikanischer Faulbrut. Die Existenz von 300 Bienenvölkern ist akut bedroht.

Im Landkreis Dahme-Spreewald sind sechs weitere Bienenvölker mit der Amerikanischen Faulbrut, auch Bienenpest genannt, infiziert. Damit breitet sich die Seuche, die auch zum Tod der Bienen führen kann, weiter aus. Im Landkreis gab es erstmals Anfang April einen Fall in Schönefeld. Aktuell sind laut einer Pressemitteilung des Landkreises Bienenbestände „nahe den bereits geltenden Sperrbezirken um Egsdorf und Zöllmersdorf“ betroffen. In den Gebieten war die Bienenpest Ende Mai entdeckt worden. Faulbrut zersetzt, wie es der Name schon sagt, die Brut der Bienen.

Trotz der Sperrbezirke – Imker dürfen den Bereich nicht mit ihren Bienen oder Waben verlassen, Bienen oder Inventar von außen dürfen nicht hinein – greift die Krankheit um sich, wandert sie Richtung Niederlausitz.

Norbert Reinhardt vom Vorstand des Landesverbands brandenburgischer Imker nennt dafür Gründe: Bienen bewegten sich gewöhnlich nicht mehr als rund drei Kilometer vom Bienenstock weg, es komme aber immer wieder vor, dass Bienen in anderen Völkern räubern, sich so bei einem infizierten Volk anstecken.

Auch Wanderimker, die für einen speziellen Honig – etwa Akazie – mit ihren Völkern zu den nötigen Bäumen durchs Land ziehen, tragen dazu bei. Ist ein Volk infiziert, wird die Seuche übertragen. Faulbrut könne auch entstehen, wenn Imker das Wabenmaterial zu selten erneuern; ein Nährboden für Bakterien.

Der Landkreis Dahme-Spreewald hat einen Zwölf-Kilometer-Sperrkreis um Heideblick und Luckau verfügt. Das Veterinäramt muss nun prüfen, ob andere Bienenvölker im Gebiet betroffen sind. Bislang sind es 300 Völker von 28 Imkern.

Ist die Faulbrut ausgebrochen, hängt die Zukunft des Bienenvolks von der Menge der krankmachenden Sporen ab, erklärt Norbert Reinhardt. Ist sie zu hoch, müssen die Bienen getötet werden. Ansonsten helfe ein Kunstschwarmverfahren. Alle Waben und die Brut werden entnommen und das Bienenvolk muss hungern, bis alle Bakterien ausgeschieden sind. Dann wird das Volk in eine neue oder desinfizierte Bienenbeute gesetzt. Übrigens: Honig von befallenen Bienen ist weiter genießbar und für Menschen ungefährlich.

  Imker müssen ihre Bienenvölker intensiv überwachen, damit sich die gefährliche Amerikanische Faulbrut nicht ausbreiten kann.
 Imker müssen ihre Bienenvölker intensiv überwachen, damit sich die gefährliche Amerikanische Faulbrut nicht ausbreiten kann. FOTO: dpa / Patrick Seeger