• In Sachsen gilt seit jetzt flächendeckend das 2G-Modell. Ungeimpfte sind von Innengastronomie und Veranstaltungen ausgeschlossen
  • Brandenburgs Landesregierung will am Dienstag, 9. November, zusammenkommen und über ein ähnliches Modell in der Mark sprechen
  • In Berlin wurde am Montag besprochen, die 2G-Regel auszuweiten

Berlin weitet 2G-Regel aus

Berlinerinnen und Berliner ohne Impfschutz müssen sich schon bald auf weitere Einschränkungen einstellen. Der Senat hat sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei einer Telefonkonferenz am Montagabend auf eine umfangreiche Ausweitung der 2G-Regel geeinigt – allerdings noch keinen Beschluss dazu gefasst.
Angesichts der Pandemieentwicklung und der erheblich gestiegenen Inzidenzzahlen bundesweit – und auch in Berlin – soll künftig der Zutritt zum Beispiel zu Restaurants, Kinos und Theatern nur noch für Geimpfte und Genesene (2G) möglich sein – nicht auch für Getestete (3G).
Die Gesundheitsverwaltung soll in Kürze eine entsprechende Vorlage erarbeiten, über die dann in den nächsten Tagen beschlossen werden könnte. Denkbar ist, dass die neue Regelung bereits nächste Woche in Kraft tritt. Forderungen, die 2G-Regel in Berlin auszuweiten, sind zuletzt lauter geworden. Am Wochenende hatten sich sowohl die SPD-Landesvorsitzende Franziska Giffey als auch Grünen-Fraktionsvorsitzende Bettina Jarasch dafür ausgesprochen.
Aktuell haben zum Beispiel Veranstalter oder Betreiber von Restaurants die Wahl, ob sie den Zutritt zu ihren Innenräumen nur Geimpften und Genesenen erlauben oder auch Getesteten. Im Fall von 2G gilt dann keine Maskenpflicht.

Berlin führt Maskenpflicht an Grundschulen wieder ein

In der ersten bis sechsten Klasse gilt in Berliner Schulen wieder Maskenpflicht. Das hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Montag entschieden, wie die Bildungsverwaltung mitteilte. Außerdem soll es für Schülerinnen und Schüler vorerst weiterhin drei Corona-Tests wöchentlich in den Schulen geben. Das war ursprünglich nur für die beiden ersten Wochen nach den Herbstferien vorgesehen. Danach sollten es zwei pro Woche sein.
Zur Maskenpflicht sagte Scheeres: „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht, weil ich weiß, wie sehr das Maskentragen Kinder belasten kann. Die Bestimmungen zum Infektionsschutz an Schulen werden permanent überprüft und auch im Hygienebeirat beraten.“
Anders als bundesweit hat die Corona-Inzidenz in Berlin den Wert von 200 noch nicht überschritten. Nach Angaben des RKI vom Montag steckten sich in den vergangenen sieben Tagen 194,5 von 100.000 Menschen in der Stadt mit dem Virus an. Das ist deutlich mehr als am Montag vor einer Woche, als ein Wert von 140,2 genannt wurde.

Kommt jetzt 2G auch in Brandenburg?

Der SPD-Fraktionschef im brandenburgischen Landtag, Daniel Keller, will angesichts steigender Corona-Zahlen die verschärfte 2G-Regelung von Sachsen auch für Brandenburg übernehmen. Außer in Geschäften oder im Nahverkehr müssten ungeimpfte Bürger ohne eine durchgestandene Covid-Erkrankung dann massive Einschränkungen in der Öffentlichkeit hinnehmen - negative Tests würden nicht mehr ausreichen.
Der MAZ zufolge will sich die Landesregierung aus SPD, CDU und Grünen am Dienstag über zusätzliche Einschränkungen für Ungeimpfte verständigen. Aber auch von Ausnahmen und anderen Maßnahmen war die Rede.

2G in Brandenburg: Impfquote bleibt zu niedrig

In Brandenburg sind 60,9 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft - damit liegt das Bundesland gleichauf mit Thüringen vor Schlusslicht Sachsen (57,0 Prozent) auf dem vorletzten Platz der Bundesländer. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus blieb am Wochenende auf hohem Niveau: Innerhalb eines Tages wurden von den Gesundheitsämtern am Sonntag 819 neue Fälle gemeldet.
Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche stieg landesweit auf 227,1. Inzwischen sind in Brandenburg sieben Landkreise sowie die kreisfreien Städte Cottbus und Frankfurt (Oder) über dem Warnwert von 200.

Corona-Regeln in Sachsen: Das ist die neue Verordnung

In Sachsen wurde Ende vergangener Woche eine neue Schutzverordnung beschlossen. Diese gilt seit dem 8. November und bedeutet massive Einschränkungen für Ungeimpfte im Land. Damit haben nur noch Genesene und Geimpfte Zutritt etwa zur Innengastronomie, Diskotheken oder Freizeit- und Kultureinrichtungen. Ausnahmen gibt es für Kinder, Jugendliche und Menschen, die sich nicht impfen lassen können. Sie brauchen aber einen Test.
Auch Großveranstaltungen wie Fußball im Stadion sind betroffen. Für den Einzelhandel oder Gottesdienste gilt 2G nicht. Zudem hat Sachsen seit Freitag die Vorwarnstufe nach der sächsischen Verordnung ausgerufen, was weitere Einschränkungen nach sich zieht. Es gelten Kontaktbeschränkungen, nur bis zu zehn Personen dürfen sich zeitgleich treffen – ausgenommen Kinder unter 16 sowie Geimpfte und Genesene.