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| 14:07 Uhr

Tourismus boomt 2018 in Brandenburg
13,5 Millionen Übernachtungen – fast zwei Millionen davon im Spreewald

 Camping ist bei den Spreewald-Touristen 2018 aufgrund des intensiven Sommers besonders beliebt gewesen.
Camping ist bei den Spreewald-Touristen 2018 aufgrund des intensiven Sommers besonders beliebt gewesen. FOTO: Peter Becker
Potsdam. Mit 13,5 Millionen Gäste-Übernachtungen hat die Tourismusbranche in Brandenburg im vergangenen Jahr wieder ein Rekordergebnis erzielt. Insgesamt wurden mit mehr als fünf Millionen so viele Gäste begrüßt wie noch nie. Von Frank Hilbert

13,5 Millionen Gäste-Übernachtungen – das sei gegenüber 2017 ein Plus von 3,2 Prozent bei den Ankünften und 3,5 Prozent bei den Übernachtungen, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Montag zur Tourismusbilanz 2018.

 Übernachtungszahlen 2010-2017 im Reisegebiet Spreewald.
Übernachtungszahlen 2010-2017 im Reisegebiet Spreewald. FOTO: Tourismusverband Spreewald / Grit Bandemer

„Die größte Steigerung mit einem Plus von 20,6 Prozent bei den Gästen und 15,5 Prozent bei den Übernachtungen auf 1,3 Millionen verzeichnete aufgrund des intensiven Sommers die Campingbranche“, sagte der Minister.

 2018: Ankünfte und Übernachtungen - Reisegebiete Land Brandenburg.
2018: Ankünfte und Übernachtungen - Reisegebiete Land Brandenburg. FOTO: Tourismusverband Spreewald / Grit Bandemer

Erfreulich sei, dass sich in nahezu allen Regionen die Gäste- und Übernachtungszahlen gut entwickelt hätten, berichtete Steinbach. „Der Tourismus trägt damit substanziell dazu bei, den ländlichen Raum zu stärken.“ Bei den Übernachtungen führte das Seenland Oder-Spree mit gut 2,2 Millionen, gefolgt vom Spreewald (knapp zwei Millionen) und dem Ruppiner Seenland (knapp 1,5 Millionen).

 Bettangebot und Auslastung in Betrieben ab zehn Betten ohne Camping im Spreewald.
Bettangebot und Auslastung in Betrieben ab zehn Betten ohne Camping im Spreewald. FOTO: Tourismusverband Spreewald / Grit Bandemer

„Wie bereits in den vorherigen Jahren zieht der Spreewald eine überaus positive Tourismusbilanz für das Jahr 2018 und schließt damit an die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre an“, betont am Montag der Tourismusverband Spreewald in einer Pressemitteilung.

 Entwicklung der internationalen Besucherzahlen des Reisegebietes Spreewald (2010-2017).
Entwicklung der internationalen Besucherzahlen des Reisegebietes Spreewald (2010-2017). FOTO: Tourismusverband Spreewald / Grit Bandemer

Spreewald verzeichnet Plus von 4,7 Prozent

Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg seien von Januar bis Dezember 2018 gut 767 934 Gäste in den Spreewald gekommen. Das sei ein Plus von 4,7 Prozent. „Bei den Ankünften liegt der Spreewald damit auf Rang 1 der Reisegebiete im Land Brandenburg. Die Besucher der Region verbrachten 1 972 256 Nächte im Urlaubsgebiet (+5,8 Prozent). 2017 zählte das Amt für Statistik insgesamt etwas über 733 565 Ankünfte und gut 1 863 555 Millionen Übernachtungen im Spreewald.

 Entwicklung der internationalen Übernachtungen im Spreewald (2014-17).
Entwicklung der internationalen Übernachtungen im Spreewald (2014-17). FOTO: Tourismusverband Spreewald / Grit Bandemer

„Wir sind sehr stolz darauf, dass der Spreewald jedes Jahr aufs Neue zu den Lieblingsdestinationen im Land Brandenburg sowie deutschlandweit zählt und wir fast die zwei Millionen Übernachtungen erreicht haben“, erläutert Annette Ernst, Leiterin des Tourismusverbandes Spreewald.

Winterkampagnen zogen Gäste an

„Speziell durch unsere Winterkampagnen in den zurückliegenden beiden Jahren konnten wir überdurchschnittlich mehr Gäste in der Zeit von November bis März im Spreewald begrüßen. Hier ist noch Luft nach oben und daher werden wir unser Marketing weiter stark auf die Ganzjahresvermarktung konzentrieren. Besonders beliebt sind unsere Reiseangebote von Winterwellness über Advents- und Fastnachtwochen bis hin zu kuscheligen Themenkahnfahrten und Paddeltouren.“

Von Fontane-Rausch bis Trachtenfest

In 2019 hat der Spreewald wieder eine Vielzahl an Veranstaltungshighlights und Attraktionen zu bieten. So ist der Spreewald zum Beispiel in diesem Jahr im Fontane-Rausch. Das Angebotsportfolio umfasst hierbei erlebnisreiche Wanderungen und Themenkahnfahrten auf den Spuren Fontanes, historische Ausstellungen sowie rund um Fontane inszenierte Kunst- und Kulturveranstaltungen.

Ein weiteres Highlight ist das Deutsche Trachtenfest, das vom 17. bis 19. Mai in Lübben stattfindet. An diesem Wochenende bringen rund 2500 Trachtenträger den Glanz von bunten Stoffen sowie die Lebensfreude durch Musik und Tanz in den Spreewald. Genießer können sich in diesem Jahr über das Michelin-ausgezeichnete Restaurant „17fuffzig“ im Burger Bleiche Resort&Spa freuen und auch das neue Hotel der Spreewelten in Lübbenau ist ein weiteres Highlight für Genuss- und Wellnessfans.

Erstmals über eine Million Ausländer im Land zu Gast

Erstmals habe es in Brandenburg mehr als eine Million Übernachtungen aus dem Ausland gegeben, berichtete Jörg Steinbach. Die größten Zuwächse gab es mit 18,3 Prozent auf gut 153 000 Übernachtungen bei den Gäste aus Polen. „Dies freut uns um so mehr, da wir nach der politischen Wende im Nachbarland im Vorjahr noch Rückgänge zu verzeichnen hatten“, meinte der Minister. Zweitstärkste Gästegruppe waren die Niederländer mit gut 111 000 Besuchern.

Die Bundesgartenschau 2015 im Havelland wirke immer noch positiv nach, meinte der Geschäftsführer der Tourismus Marketing Brandenburg, Dieter Hütte. In diesem Jahr will der Tourismusverband zahlreiche Angebote zum Fontane-Jahr mit Radtouren und Führungen auf den Spuren des märkischen Dichters in den Mittelpunkt stellen. Hinzu kommen Angebote zu 100 Jahren Bauhaus, insbesondere rund um das Baudenkmal Bundesschule Bernau (Barnim).

Gesperrte Schleuse bremst Tourismus aus

Als schweren Rückschlag für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Mecklenburg-Vorpommern bei der Werbung für den Wassertourismus bezeichnete Hütte die Sperrung der Schleuse Zaaren im Norden des Landes wegen Bauarbeiten bis Anfang August. Dadurch ist die Mecklenburgische Seenplatte nicht aus dem Berliner Raum direkt erreichbar.

Steinbach versprach, sich beim Bund als Betreiber der Schleuse für eine Beschleunigung der Arbeiten einzusetzen. „Allerdings geht eine Operation nicht unbedingt schneller, wenn man möglichst viele Ärzte an der Wunde arbeiten lässt“, schränkte er ein. Für Charterunternehmen könne die monatelange Sperrung über Monate in der Wassersportsaison existenzbedrohend sein, hatte das Bündnis für Wasserstraßen gewarnt, dem Industrie- und Handelskammern, Verbände und Wassertourismus-Initiativen angehören. Finanzielle Hilfen für die Unternehmen stellte Steinbach allerdings nicht in Aussicht. (mit dpa)