Da wegen rückläufiger Schülerzahlen über Jahre hinweg kaum Lehrer eingestellt werden könnten, werde vom Schuljahr 2011/12 an wieder ein erhöhter Bedarf bestehen, erläuterte Bildungsminister Steffen Reiche (SPD) gestern in Potsdam. Dann würden jährlich wieder zwischen 600 und 1100 junge Lehrer eingestellt, vorwiegend als Ersatz für altersbedingt ausscheidende Pädagogen.
Der zeitliche Vorlauf von fünf bis sieben Jahren sei erforderlich wegen der langen Ausbildungsdauer mit Studium und Referendariat. Der Arbeitsmarkt bei Lehrern befinde sich derzeit in einem dynamischen Wandel, betonte Reiche. Für den Beginn des nächsten Jahrzehnts stehe ein Generationswechsel in der Lehrerschaft bevor. Wer heute oder in den nächsten Jahren ein Lehramtsstudium antrete, habe gute Einstellungschancen - und das lasse sich nur von wenigen Berufen behaupten.
Die Zahl der Lehrerstellen - jede von ihnen ist derzeit mit 1,2 bis 1,3 Lehrern besetzt - wird nach Angaben des Bildungsministeriums von jetzt 22 500 bis zum Schuljahr 2010/11 ohne Kündigungen auf 16 570 verringert. Das Durchschnittsalter der brandenburgischen Lehrer liegt bei 46,1 Jahren. Durch die Kampagne "Bildung - unser Ticket in die Zukunft" sollen nun möglichst die besten Abiturienten jedes Jahrgangs für das Lehramtsstudium gewonnen werden, um die Unterrichtsqualität langfristig zu sichern, erklärte Minister Reiche.
Die oppositionelle PDS kritisierte die Werbekampagne als Vergeudung. Das Geld solle stattdessen für eine bessere Bildungsqualität ausgegeben werden, verlangte die bildungspolitische Sprecherin der PDS-Landtagsfraktion, Gerrit Große. (dpa/ta)