Wachstum im Tourismus sei nach Junghanns Worten "heute nur noch aus dem Ausland zu erzielen". Da das Land Brandenburg weltweit jedoch "keine eigene Marke" sei, sprach sich der Minister für eine stärkere Zusammenarbeit mit Nachbarregionen aus, die ähnliche Stärken hätten. Junghanns nannte die bereits begonnene Kooperation mit Mecklenburg-Vorpommern im Bereich Wassersport als Beispiel.
Noch viel zu tun gibt es im Bereich Tourismus nach Ansicht der CDU-Fraktion im Brandenburger Landtag. Um mehr Arbeitsplätze im Tourismus zu schaffen, müsse das Land gastfreundlicher werden, forderte Detlef Karney, der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion. Dazu gehöre, dass Biergärten künftig länger geöffnet sein dürfen und in den Regionen Rund-um-Angebote für Touristen entwickelt werden. "Ich rufe alle Unternehmer, kommunalen Verantwortlichen und Akteure auf, mehr vor Ort zu kooperieren", erklärte Karney. Die Landespolitik könne lediglich für die Rahmenbedingungen sorgen. Es sei richtig, dass die Landesregierung einen Schwerpunkt auf den Tourismus lege. "Das Sahnehäubchen ist dann letztlich eine herzliche Gastfreundlichkeit", sagte Junghanns. Die könne aber nur vor Ort entstehen.
In Rathenow berieten die Touristik-Experten aus Wirtschaft, Vereinen, Verbänden und Verwaltung auch darüber, wie Brandenburg sich stärker als Sportland präsentieren und von der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 profitieren kann.
Von Januar bis August 2005 besuchten etwa 2,4 Millionen Gäste das Land Brandenburg - das waren 2,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 0,9 Prozent auf fast 6,7 Millionen. Die meisten Gäste zog es in den Spreewald, es folgten der Fläming und das Ruppiner Land. Gemessen an den Übernachtungen, lag das Ruppiner Land vorn - vor dem Spreewald und dem Fläming.
Eine besondere Rolle für den Tourismus spiele in Brandenburg der Tagestourismus, so das Ministerium. Im Jahr 2004 hätten 91,6 Millionen Tagesausflügler vor allem das Gaststättengewerbe gestärkt. (dpa/ta)
TMB im Internet: www.reiseland-brandenburg.de

Hintergrund Tourismus-Wirtschaft
 Mehr als 50 000 Menschen arbeiten in Brandenburg in Hotels und Gaststätten, schätzt das Ministerium für Wirtschaft. Zu diesem Kernbereich zählen etwa 5000 Betriebe, davon 1500 im Beherbergungsgewerbe. Die Branche erwirtschaftete zuletzt den Angaben zufolge einen Bruttoumsatz von rund 2,8 Milliarden Euro jährlich. Infos im Internet: www.wirtschaft.brandenburg.de