Brandenburg will künftig nicht in Eigenregie den Verkauf der restlichen einst volkseigenen Flächen übernehmen. „Wir haben das durchgerechnet. Es macht für uns finanziell keinen Sinn“, sagte der Bevollmächtigte des Landes, Joachim Domeratzky. Er vertritt Brandenburg bei derzeit laufenden entsprechenden Gesprächen zwischen Bund und Ländern.

Seit 1992 vermarktet die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) im Auftrag des Bundes in den ostdeutschen Ländern ehemals volkseigene land- und forstwirtschaftliche Flächen. Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wollen erreichen, dass ihnen die Flächen übertragen werden.

Von nach der Wende einst rund 350 000 Hektar Agrar- und Forstflächen in Brandenburg seien noch insgesamt rund 88 000 Hektar übrig, sagte Domeratzky. Auf etwa 45 000 Hektar gebe es berechtigte Ansprüche von Pächtern, die auch kaufen werden. Weitere etwa 15 000 Hektar würden an Alteigentümer übertragen. „Vielleicht 20 000 Hektar Land bleiben am Ende übrig, die vermarktet werden könnten“, sagte Domeratzky. Das sei weniger als 1,8 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Brandenburg.

„Es ist unvorstellbar, dass über den Verkauf Agrarstrukturpolitik gemacht werden kann“, sagte der Bevollmächtigte. Die Objekte müssten sogar europaweit ausgeschrieben und zum besten Angebot veräußert werden. Ortsansässige Landwirte könnten nur zu 95 Prozent mithalten. „Unsere Auffassung teilt auch der Landesbauernverband in Brandenburg“, sagte er.

Würde Brandenburg den Verkauf übernehmen, müssten aus dem Haushalt zunächst etwa Milliarden Euro bereit gestellt werden. Mit dem Geld würden die Objekte dem Bund abgekauft. Auch die Mitarbeiter der BVVG-Niederlassungen seien dann zu übernehmen. „Am Ende steht für den Landeshaushalt im günstigsten Fall ein Geschäft plus minus Null“, sagte er.

2012 wurden in Brandenburg rund 16 700 Hektar Fläche für rund 116 Millionen Euro verkauft. Durchschnittlich rund 9769 Euro wurden je Hektar eingenommen. In den alten Ländern erzielte 2011 ein Hektar Acker- und Grünland im Durchschnitt rund 20 503 Euro. Das Geld erhält der Bund.