Langzeitarbeitslosigkeit reduzieren und jungen Arbeitsuchenden helfen - zu diesem Zweck wollen das Land Brandenburg und die Bundesagentur für Arbeit künftig noch intensiver zusammenarbeiten. Ein weiteres Ziel ist es, ungenutzte Fachkräfte-Potenziale zu aktivieren. Das betrifft etwa Teilzeitbeschäftigte, die Vollzeit arbeiten wollten, aber auch Flüchtlinge. Am Mittwoch unterzeichneten Arbeitsministerin Diana Golze (Linke) und die Leiterin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Jutta Cordt, das erste gemeinsame Arbeitsmarktprogramm.

Der Arbeitsmarkt im Land habe sich in den vergangenen zehn Jahren "durchaus positiv entwickelt", sagte Golze. Die Zahl der Erwerbslosen habe sich nahezu halbiert, die Arbeitslosenquote liege jetzt bei 8,3 Prozent. "Trotzdem stehen wir vor enormen Herausforderungen." Cordt betonte, die Ressourcen würden auf drei Schwerpunkte gebündelt: das Fachkräftepotenzial zu erschließen, Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden und junge Menschen in Ausbildung und Arbeit zu bringen.

Hier ist das Ziel, allen Jugendlichen eine erfolgreiche Ausbildung zu ermöglichen. Ein neues Instrument dafür soll die "Assistierte Ausbildung" sein, bei der die betriebliche Berufsausbildung von "Jugendlichen mit Startschwierigkeiten" durch Vorbereitungs- und Unterstützungsangebote begleitet wird. Das Arbeitsmarktprogramm soll spätestens im Jahr 2017 fortgeschrieben werden.

Im Juli waren in Brandenburg mehr als 110 500 Menschen arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 8,3 Prozent entspricht. Darunter waren knapp 49 000 Menschen länger als ein Jahr arbeitslos.