Vom 18. bis 27. Januar findet die weltgrößte Messe für Landwirtschaft, Gartenbau und Ernährung in den Berliner Messehallen unter dem Funkturm statt. Mehr als 1700 Aussteller aus 65 Ländern präsentieren sich den Besuchern – und das Land Brandenburg ist zum 27. Mal mit einer eigenen Halle, der Brandenburg-Halle 21 a, vertreten.

Insgesamt 75 Aussteller bieten dort ihre Produkte und Informationen den Besuchern an. Zum ersten Mal mit einem eigenen Stand dabei sind der Landkreis Havelland, die Brandenburger Hebenbräu GmbH und die Friki Storkow GmbH – ein Schlachthof und Hersteller von Geflügelprodukten. „Ich freue mich auf die Diskussion zur Massentierhaltung“, sagte Vogelsänger, als er dieses Unternehmen am Montag auf der Pressekonferenz ankündigte. 170 000 Hähnchen wurden dort einem Fernsehbericht zufolge im vergangenen Jahr pro Tag geschlachtet.

„Die Grüne Woche soll Werbung für den ländlichen Raum und für die Landwirtschaft machen“, sagt der Landwirtschaftsminister. „Wir wollen mit den Verbrauchern ins Gespräch kommen“, ergänzt der Vorsitzende des Landesbauernverbands, Henrik Wendorff – freilich nicht nur über unangenehme Themen wie die Massentierhaltung: Der Landesbauernverband will denn auch auf der Messe sein Blühstreifenprojekt präsentieren, bei dem an Feldrändern Platz für Wildblumen geschaffen wird, die wiederum den schwindenden Insekten einen Lebensraum bieten.

Auch die Lausitz ist auf der Messe wieder stark vertreten: Zu den Ausstellern in der Halle gehören etwa die Golßener Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG, das Finsterwalder Brauhaus, Kunella Feinkost, die Brennerei Sellendorf oder der Landkreis Elbe-Elster, der sich wie in den Vorjahren mit einem Gemeinschaftsstand den Besuchern präsentiert. Das Restaurant „Blauhaus“ aus Herzberg ist am Montag im „Pro-Agro-Kochstudio“ zu Gast, und während das Bühnenprogramm der Brandenburg-Halle am Sonntag von Vertretern aus dem Spreewald bestritten wird, ist am Montag das Elbe-Elster-Land zu Gast.

Doch bei der Programmvorstellung am Montag in Berlin wurde auch deutlich: Es könnte in Brandenburg noch mehr Betriebe geben. Denn gerade bei der Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse hat das Land deutliche Schwächen, sagt Hanka Mittelstädt, die Vorstandsvorsitzende der Agrarmarketinggesellschaft „Pro Agro“. „Wir haben ein absolutes Defizit an frischen Fleischprodukten aus Brandenburg.“ Was im Klartext heißt: Es fehlt im Land an Schlachthöfen. Zur Schlachtung bestimmte Tiere aus Brandenburg würden sehr oft in andere Bundesländer transportiert. Und auch die Milchverarbeitung könnte in Brandenburg noch stärker sein. „Wir brauchen weitere Verarbeiter, um die Wertschöpfungsketten in Brandenburg weiter zu schließen“, sagt Mittelstädt. „Die Chancen sind da.“