Brandenburger Gemeinden sollen künftig mindestens 10 000 Einwohner haben. Kleinere Orte sollen in Amtsgemeinden zusammengefasst werden, die die Aufgaben der bisherigen Ämter übernehmen. Das schlägt die Enquete-Kommission des Potsdamer Landtags zur Reform der Kommunal- und Amtsverwaltung in ihrem Abschlussbericht vor, den der Kommissionsvorsitzende Stefan Ludwig (Linke) am Freitag an Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) übergab.

Um die Richtgröße für die Selbstständigkeit einer Gemeinde gab es in der Kommission allerdings Streit: Vor allem die oppositionelle CDU plädierte für eine Mindestgröße von 5000 Einwohnern. Bürgernahe Strukturen könnten durch "Gemeinden in Elefantengröße" nicht erreicht werden, kritisiert der CDU-Landtagsabgeordnete Sven Petke.

Künftig nur noch sieben Landkreise?

Zukunft der kreisfreien Städte weiter unklarAuch die Innenpolitikerin der Grünen, Ursula Nonnemacher, warnte vor übergroßen Gemeinden vor allem in den dünn besiedelten Landkreisen Prignitz, Uckermark und Elbe-Elster .

Im Abschlussbericht wird als Richtwert für die Maximalgröße von Gemeinden die Größe von Wittstock (Dosse) genannt. Brandenburgs größte Gemeinde umfasst eine Fläche von mehr als 400 Quadratkilometern. Keine Entscheidung fällte die Kommission zur Zukunft der kreisfreien Städte Cottbus, Brandenburg, Frankfurt (Oder) und Potsdam. Die Zahl der Landkreise soll von 14 auf sieben bis zehn sinken.