24 419 Fälle von „Widerstandshandlungen gegen die Staatsgewalt“ hat das Bundeskriminalamt (BKA) in seinem aktuellen Lagebild „Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte“ für das Jahr 2017 erfasst. Damit bleiben die Zahlen nach dem dramatischen Anstieg 2016 weiter auf einem hohen Niveau. „Nicht hinnehmbare Gewaltorgien gegen die Polizei“, beklagt Bodo Pfalzgraf von der Polizeigewerkschaft DPolG. Die Zahl der Angriffe zeichne ein düsteres Bild über den Zustand unserer Gesellschaft. „Die Täter meinen den Staat und richten ihre Aggressionen gegen die Polizei“, so Pfalzgraf.

Brandenburg und Sachsen liegen verglichen mit anderen Bundesländern im Mittelfeld. Gemessen an der Zahl der Einwohner haben die Stadtstaaten deutlich höhere Fallzahlen. In Brandenburg gab es laut BKA 2017 exakt 811 Fälle von Widerstand gegen Polizeibeamte, 18 mehr als im Vorjahr. In Sachsen ging die Zahl um 124 auf 1046 zurück.

Die Palette der Gewalttaten gegen Polizisten reicht von Drohungen und Nötigung über Körperverletzungen bis zum Mord. Brandenburg sticht dabei in diesem Jahr mit zwei Mordfällen aus der Statistik heraus. Es handelt sich um die beiden Polizisten, die im Februar vergangenen Jahres am Ortsausgang von Oegeln überfahren wurden. Der Täter hatte zuvor seine Mutter getötet und dann auf der Flucht die beiden Polizisten erwischt.

Über die Tatverdächtigen lässt sich laut BKA folgendes sagen: „männlich, deutsch und über 25 Jahre alt, alleine handelnd, polizeilich bereits in Erscheinung getreten sowie unter Alkoholeinfluss stehend“.