"Dieses Geld sollte auch für die Kinderbetreuung ausgegeben werden", sagte der Vorsitzende der Liga der Wohlfahrtsverbände, das Vorstandsmitglied des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO), Martin Matz, am Sonntag der RUNDSCHAU. Einen entsprechenden Beschluss habe der Landtag bereits im Jahr 2015 gefällt.

Die von Görke bei der Vorstellung des Doppelhaushalts angekündigte Absenkung des Betreuungsschlüssels für die unter dreijährigen Kinder, wonach eine Erzieherin statt derzeit sechs künftig fünf Kinder betreuen soll, hält Matz für nicht ausreichend. "Das sind zwar leichte Verbesserungen", sagt Matz. "Aber wir sind der Meinung, dass dieser Schlüssel auf eins zu vier gesenkt werden sollte."

Unterstützung erhalten die Wohlfahrtsverbände bei ihrem Anliegen von der CDU. "Wir halten diese Forderung für sehr nachvollziehbar", sagt der bildungspolitische Sprecher der Brandenburger CDU, der Prignitzer Landtagsabgeordnete Gordon Hoffmann. "Die Betreuungsquote ist in Brandenburg gut, die Betreuungsqualität aber kann besser werden." Wenn das Land in die Situation komme, Geld für die Verbesserung der Kita-Betreuung aus anderen Quellen zu erhalten, "ist es auch aufgefordert, dieses Geld in voller Höhe dafür zu verwenden".

Die Wohlfahrtsverbände jedenfalls wollen weiter um eine bessere Finanzierung der Kindertagesbetreuung in Brandenburg kämpfen. Am 14. September planen sie eine Großdemonstration in Potsdam - einen Tag, bevor der Bildungsausschuss des Landtags in einer Anhörung über die Elternbeiträge in den Kindertagesstätten berät.