In Brandenburg sind in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich mehr Lehrer eingestellt worden. Das teilte Bildungsminister Günter Baaske (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion im Potsdamer Landtag mit. Demnach sind im Schuljahr 2014/15 880 Lehrer eingestellt oder aus temporären Anstellungen entfristet worden. Im Schuljahr 2009/10 seien es noch gut 220 gewesen.

Aus dem Dienst ausgeschieden sind nach Ministeriumsangaben im aktuellen Schuljahr gut 710 Lehrer, deutlich weniger als vor fünf Jahren, als es noch gut 1020 waren. Die Schulverwaltung rechne damit, dass in den vier Jahren vom Schuljahr 2015/16 an insgesamt knapp 3700 Lehrer aus dem Dienst ausscheiden würden.

In der schriftlichen Antwort der Landesregierung heißt es, es sei „allgemein bekannt, dass es besonders schwierig ist, geeignete Lehrkräfte mit den gesuchten Fächerkombinationen in bestimmten peripheren Regionen zu finden.“

Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion Marie Luise von Halem sagte, die Schwierigkeit, Nachwuchslehrer für Schulen in ländlichen Regionen zu finden, zeige sich am Durchschnittsalter der Lehrer, das im Berliner Umland gesunken, in den peripheren Regionen aber gestiegen sei. Die Grünen-Fraktion habe deshalb vorgeschlagen, Lehrer für ländliche Gebiete zu gewinnen, indem die Kommunen bei der Wohnungssuche oder der Arbeitsplatzsuche für den Lebenspartner helfen. Auch Stundenermäßigungen und finanzielle Anreize könnten eine Möglichkeit sein, Pädagogen für eine Tätigkeit auf dem Lande zu gewinnen.

Die Schülerzahlen sind in Brandenburg leicht rückläufig. Im Schuljahr 2009/10 haben noch gut 279 500 Kinder und Jugendliche öffentliche oder private Schulen besucht, im aktuellen Schuljahr sind es nur noch gut 271 200.