Dass für den Kinderschutz so viele verschiedene Ansprechpartner über verschiedene Telefonnummern erreichbar sind, sehen die Christdemokraten kritisch. "Oftmals wissen Eltern, Lehrer und andere Betroffene nicht, an wen sie sich in einem akuten Fall schnell wenden können", sagte die familienpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Kristy Augustin. "Warum sich die SPD in Brandenburg so anhaltend gegen etwas sträubt, was ihre Parteigenossen in unseren Nachbarländern für selbstverständlich halten, ist und bleibt nicht nachvollziehbar."

Minister Schröter verwies darauf, dass die Jugendämter und die von ihnen beauftragten Träger der Jugendhilfe zentrale Ansprechpartner seien. Sie würden Notrufnummern im Internet veröffentlichen. Zudem gebe es ein anonymes Online-Angebot der Bundeskonferenz Erziehungsberatung, das von allen Bundesländern finanziert werde.

Montags bis samstags stehe von 14 bis 20 Uhr unter der Rufnummer 116 111 eine "Nummer gegen Kummer" zur Verfügung, sagte Schröter. Und über zwei vom Land geförderte Projekte des Diakonischen Werks Potsdam und des Kinderschutzbundes Senftenberg würden jährlich rund 10 000 Anrufe beim Kinder- und Jugendtelefon registriert. Auch eine E-Mail-Beratung werde angeboten, für die Jugendliche als ehrenamtliche Helfer qualifiziert würden.

In Fällen von sexuellem Missbrauch sei ein bundesweites unabhängiges Hilfetelefon beim Bundesfamilienministerium unter 0800 - 22 55 530 anonym und kostenfrei erreichbar.