„Die Kohle gehört zu Brandenburg und das auch in den nächsten Jahrzehnten“, sagte Platzeck auf einer Bezirksdelegiertenkonferenz der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie am Samstag in Potsdam. Eine Voraussetzung sei jedoch, dass in den kommenden zehn Jahren die kohlendioxidarme Verstromung mit dem sogenannten CCS-Verfahren gelingt, das derzeit in der Lausitz entwickelt wird. Entscheidend sei am Ende ein „vernünftiger Mix“ aus verschiedenen Energiequellen.Es sei das Ziel, Brandenburgs Bedarf bis 2020 zu 80 bis 90 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken, betonte der Regierungschef vor den rund 160 Konferenzteilnehmern. Jetzt seien es etwa 25 Prozent. Aber auch hier wehrten sich Volksinitiativen beispielsweise gegen Windkraft- und Biomasse-Anlagen, und das geplante weltgrößte Solarkraftwerk in der Lieberoser Heide werde ebenfalls zu Eingriffen in Natur und Umwelt führen. „Wir werden es überall mit Problemen zu tun haben.“ Es müssten eben Kompromisse geschlossen werden. Er sei froh, dass das Volksbegehren gegen neue Braunkohletagebaue vor kurzem gescheitert und damit die Regierungspolitik bestätigt worden sei, sagte Platzeck.

Weder für das Klima noch für die Menschen wäre etwas gewonnen, wenn Brandenburg künftig auf die Nutzung der Braunkohle verzichtete, Tausende so ihren Arbeitsplatz verlören und beispielsweise China gleichzeitig neue umweltschädliche Kohlekraftwerke bauen würde. In diesem Zusammenhang begrüßte der SPD-Politiker das „hohe Tempo“ der Bundesregierung bei der Umsetzung der EU-Richtlinie für die unterirdische Speicherung des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2). Er hoffe, dass das Bundeskabinett den Gesetzentwurf noch im März billige, hieß es in einer Mitteilung der Staatskanzlei.

Deutschland sei bei der CCS-Technologie, also der Abscheidung von CO2 bei der Kohleverbrennung und anschließenden unterirdischen Lagerung, weltweit führend. Sie könne einmal zu einem „Exportschlager“ werden, sagte Platzeck auf der Konferenz der IG BCE Berlin-Mark Brandenburg, deren Mitglied er ist. Der Bezirk ist nach eigenen Angaben mit 16 194 Mitgliedern der größte in Ostdeutschland und umfasst 18 Branchen.

Die Tarifbindung liege in den neuen Ländern bei etwa 80 Prozent und „mit Hilfe kluger Verträge“ hätten viele gefährdete Arbeitsplätze dauerhaft gesichert werden können, teilte der Bezirksverband mit, der am Samstag einen neuen Vorstand wählte. Platzeck warnte in seinem Grußwort die Gewerkschaften vor einer Zersplitterung, die auf Kosten ihrer Schlagkraft ginge.