(iwe) Das Land Brandenburg will Konflikte zwischen Erbauern und Gegnern von Windrädern künftig auch mit Mediationsverfahren regeln. Am Freitag stellte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) das Konzept einer bei der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) eingerichteten Beratungsstelle vor, die „in Form von Moderation und Mediation versucht, gewisse Sackgassen aufzulösen.“ Die Einrichtung soll bei der Flächenausweisung für Wind- und Solarparks etwa Informationen zur Bürger- und Gemeindebeteiligung vermitteln und bei der Planung eigener kommunaler Projekte helfen, sagte Sebastian Saule, Geschäftsführer der WFBB. „Wir wollen die Kommunen in der Gemengelage zwischen Bürger- und Gemeindeinteressen unterstützen.“

Praktisch durchgeführt werden soll die Beratung vom „Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende“ (KNE), das von der Umweltstiftung Michael Otto getragen und vom Bundesumweltministerium finanziert wird. „Eine natur- und anwohnerverträgliche Energiewende ist auf jeden Fall möglich“, sagte der Geschäftsführer des KNE, Michael Krieger. Bei der Bearbeitung von Konflikten gehörten alle Interessengruppen, auch Einzelpersonen mit ihren Interessen, an den Tisch. „Es ist nötig, dann einen neutralen Ansprechpartner an der Seite zu haben.“ Doch die Diskussion um die Windenergie hat in Brandenburg in den letzten Jahren erheblich an Schärfe gewonnen. Ist es also wirklich vorstellbar, dass sich Bürgerinitiativen, die gegen Windräder antreten, auf so ein Moderationsverfahren einlassen? „Ich glaube schon, dass auch solche Gruppen mitmachen, weil sie ansonsten in die Defensive geraten“, sagt Steinbach. „Wenn sie nicht mitmachen, würden sie an Glaubwürdigkeit und ihre Dialogfähigkeit verlieren und in einer rein dogmatischen Ecke landen.“ Auf Zustimmung stieß die Schaffung der Beratungsstelle bei Bündnis 90/Die Grünen. Das Land habe damit eine Forderung der Grünen umgesetzt, sagte die energiepolitische Sprecherin der Grünen, Heide Schinowsky, am Freitag in Potsdam.

„Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürger müssen sowohl an der Planung als auch finanziell stärker an der Windenergie beteiligt werden“, sagte die Abgeordnete. „Die Beratungsstelle kann dabei helfen, Konflikte beim dringend notwendigen weiteren Ausbau der Windenergie im Vorfeld zu vermeiden beziehungsweise zu klären.“