Dabei hatte sich Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) in der erneut aufgeflammten Debatte um die Fusion von Berlin und Brandenburg zwar gegen einen Neuanlauf, aber für eine ,,enge Kooperation" ausgesprochen (die RUNDSCHAU berichtete). Sein Ziel sei es, ,,dass sich die Region Stück für Stück verzahnt".

Doch auf europäischer Ebene bleibt davon nicht viel. Das Wirtschaftsministerium begründet den Rückzug mit der mangelnden Nachfrage. ,,Die lag bei null", sagte Staatssekretär Henning Heidemanns am Dienstag der RUNDSCHAU. Bereits zum Ende 2009 habe man daher den Vertrag mit Berlin auslaufen lassen.

Hohe Investitionsnachfrage

Zudem zeigen sich die Wirtschaftsförderer und Unternehmen in Brandenburg zunehmend selbstbewusster. ,,Wir werden zwar als eine Wirtschaftsregion mit Berlin wahrgenommen, aber Brandenburg wird inzwischen selbst stärker als Marke verstanden, besonders bei Zukunftsbranchen wie den Erneuerbaren Energien und Biotechnologie", hieß es bei der Zukunftsagentur (ZAB). ,,Entgegen dem Trend ist in Brandenburg als einzigem Bundesland die Investitionsnachfrage gestiegen."

Betrieben wurde die Repräsentanz von den Wirtschaftsfördergesellschaften der beiden Länder, seit Ende 2006 beteiligte sich die ZAB an dem bis dahin von der Berlin Partner GmbH betriebenen Büro. Damals war sogar eine Zusammenlegung beider Gesellschaften im Gespräch. Mit der gemeinsamen Repräsentanz sollten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbände aus Berlin und Brandenburg einen gemeinsamen Ansprechpartner haben, etwa um Kontakte zur EU-Institution oder Hilfe bei Projekten zu erhalten.

Land spart 40 000 Euro

Allerdings konnten die Kosten über Einnahmen etwa für Beraterdienste nicht wieder eingespielt werden. Nun spart das Land 40 000 Euro. Ohnehin würden sich Brandenburger Firmen, wenn sie Hilfe bei Rechtsfragen brauchen und Zugang zu Lobbyisten suchen, zuerst an die Landesvertretung wenden, hieß es. Der 2007 eröffnete Neubau in Brüssels Zentrum liege fußläufig zur EU-Kommission und ,,erfreut sich großer Beliebtheit", so Heidemanns. Die Leistungsfähigkeit der Landesvertretung sei höher, dort herrsche mehr Sachverstand über die Strukturen in Brüssel, ,,das nehmen die Unternehmer wahr". Zudem sei das Büro durch zusätzliches Personal gestärkt worden. Schon bei der Landesvertretung kamen beide Länder nicht auf einen Nenner. Brandenburg hatte Berlin angeboten, sich daran zu beteiligen. Berlin bestand aber darauf, mit einer eigenen Landesvertretung in Brüssel präsent zu sein.