(dpa/iwe/bl) Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) hat nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und Deutschen mehr Unterstützung vom Bund und vom Land Brandenburg gefordert. Im Innenausschuss des brandenburgischen Landtages sagte Kelch am Donnerstag unter anderem, dass Eltern von Flüchtlingskindern aufgrund von Sprachbarrieren teils nicht wissen, was in den Schulen vorgehe. Die Stadt brauche jetzt mehr Geld für Sozialarbeit, die Immigrantenberatung, Frauenhäuser oder auch für Erziehungsberatungsstellen. Kelch machte zudem deutlich, dass, sollte es zum Familiennachzug von Flüchtlingen kommen, die Stadt der Aufgabe derzeit nicht gewachsen wäre.

„Wir haben schon jetzt einzelne Familien, die Sozialarbeitern den Zugang verweigern“, machte das Stadtoberhaupt deutlich. Mit „Kuschelpädagogik“ komme man dort nicht weiter. „Angestellte der Stadtverwaltung werden nur noch respektiert, wenn sie mit Uniform in die Familie gehen“, warnte Kelch vor rechtsfreien Räumen in der Stadt. „Wir haben nur noch mit Begleitung von Ordnungsamtsmitarbeitern die Möglichkeit, an die Familien heranzukommen.“ Frauen würden generell nicht mehr ernst genommen.

Hintergrund von Kelchs Auftritt im Innenausschuss sind die wiederholten Auseinandersetzungen zwischen zumeist jugendlichen Deutschen und Syrern in der Stadt, die in den vergangenen zwei Wochen in Gewalttaten eskaliert waren. Laut Cottbuser OB sind in der Stadt etwa 4300 Flüchtlinge regis­triert – bei einer Einwohnerzahl von rund 100 000.

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