Im RUNDSCHAU-Interview verweist der Minister darauf, dass eine Verwaltungsvereinbarung mit den Anhaltern zurzeit unter Dach und Fach gebracht werde. Ursprünglich hatte Magdeburg eine Unterbringung in Sachsen favorisiert, doch habe sich das Vorhaben zerschlagen. "Jetzt werden wir den Frauenstrafvollzug von Sachsen-Anhalt übernehmen", erklärt Schöneburg, womit die JVA in Duben wieder weitgehend ausgelastet werde .

Zu der Offerte aus Berlin, freie Haftplätze in Brandenburg für die Unterbringung von Strafgefangenen zu nutzen, betonte der Linke-Politiker: "Wir würden uns freuen, wenn es zu einer Justizgemeinschaft kommen würde." In Brandenburg sind zurzeit etwa 30 Prozent der JVA-Plätze nicht belegt.

Gegenüber der RUNDSCHAU verteidigte Schöneburg die von zehn Justizministern der Länder vorgeschlagenen Lockerungen beim Hafturlaub auch für Schwerverbrecher. Der Musterentwurf für die Ländergesetzgebung orientiere darauf, "frühzeitiger mit der Resozialisierung zu beginnen". Dazu würde eine Reihe von Therapieangeboten genutzt. Bereits nach fünf Jahren Ausgang beantragen zu können, werde als ein weiteres Mittel auf dem Weg der Resozialisierung von Strafgefangenen angesehen. Schwerverbrecher sollen dabei lediglich die Möglichkeit erhalten, einen Antrag auf Ausgang stellen zu können.

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