Schon bald könnten 25 Meter lange Gigaliner über Brandenburger Straßen rollen. Diese Mitteilung von Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) ist eine Antwort auf eine Anfrage des Finsterwalder Landtagsabgeordneten Rainer Genilke (CDU), die der RUNDSCHAU exklusiv vorliegt. Derzeit würde geprüft, welche Straßen geeignet seien. Bis Mitte Dezember wolle man entsprechende Straßen an das Bundesministerium für Verkehr melden. Sie sollten Teil eines "Positivnetzes" werden, auf dem die Gigaliner rollen könnten.

Noch 2013 hatte der damalige Verkehrsstaatssekretär Rainer Bretschneider erklärt, dass Gigaliner verkehrspolitisch das falsche Signal seien und die Sicherheit auf den Brandenburger Straßen gefährden würden.

"Endlich gibt es ein Bewusstsein dafür, dass man sich der Zukunft nicht entgegenstellen kann", begrüßt Genilke auf RUNDSCHAU-Nachfrage den Sinneswandel im Ministerium. Im CDU-regierten Sachsen laufen bereits seit mehreren Jahren Feldversuche mit Gigalinern.

Der Verkehrspolitiker der Grünen, Michael Jungclaus, kritisierte das Umschwenken der Landesregierung scharf. "Ich halte das für grundfalsch", sagte Jungclaus der RUNDSCHAU. Brandenburg drohten beträchtliche Kosten, etwa um Kreisverkehre anzupassen und Straßenschäden auszubessern. "Gigaliner sind unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherheit problematisch, zum Beispiel wenn es um das Auffahren auf Autobahnen oder das Überholen auf Landstraßen geht", sagte Jungclaus. "Verkehrspolitisch wird hier der falsche Weg beschritten."

Gigaliner auf den Straßen

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