Eine Grundvoraussetzung dafür sei, dass solche Regionen ihre Wachstumschancen erkennen und sowohl untereinander als auch mit der Metropole Berlin oder anderen Großstädten kooperieren. Hier mangele es oft noch an Unternehmungsgeist und Kenntnissen, stellten verschiedene Redner vor den rund 140 Zuhörern fest. Netzwerk und KooperationVor allem zwei Zauberworte bestimmten die Diskussion in Neuruppins Pfarrkirche an der Karl-Marx-Straße: Netzwerk und Kooperation. Förderprogramme würden künftig stärker auf Wettbewerb ausgerichtet, machte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbauministerium, Ulrich Kasparick, klar. Damit gebe es nur noch Geld, wenn Kommunen und Unternehmen eng zusammenarbeiteten. Wie das funktionieren kann, berichtete Warens Bürgermeister Günter Rhein, indem er auf die Anstrengungen der Müritz-Stadt verwies, den Bestand an örtlichen Betrieben zu halten und diesen genügend Nachwuchs bereitzustellen. Das reiche bis zum passgenauen Straßenbau für den Hersteller riesiger Schiffspropeller bis zum Schnupperkurs von Schülern in einem Ausbildungszentrum und Ferienarbeit in heimischen Unternehmen. Auch der bayerische Landkreis Cham werbe inzwischen von der 8. Klasse an aktiv um seine Schüler und versuche sie mit allen Mitteln an ihre Heimatregion zu binden, sagte sein Wirtschaftsdezernent Klaus Schedlbauer. Genauso bemühen sich nach Darstellung ihrer Bürgermeister Städte wie das mecklenburgische Teterow und Elsterwerda (Elbe-Elster) in Südbrandenburg. "Wir sollten nicht jammern", bemerkte auch der Landrat des Bördekreises in Sachsen-Anhalt, Thomas Webel, zum häufig fehlenden Selbstbewusstsein ländlicher Regionen. Bei ihm ist es der Technologiepark Ostfalen oder auch die Motorsport-Arena Oschersleben, die für einen Entwicklungsschub sorgen. Der Kreis Ostvorpommern setzt derweil unter anderem auf den Industriehafen Lubmin, den Tourismus auf Usedom und die Modellregion Stettin, wie Landrätin Barbara Syrbe darlegte. Ähnliche ProblemeAlle Randregionen drücken ähnliche Probleme und sie rücken ihnen mit vergleichbaren Instrumenten zu Leibe, wie sich auf der Konferenz zeigte - Hauptsache, sie bewahren sich ihren Optimismus. "Da haben viele schon den Kopf in den Sand gesteckt", meinte Minister Dellmann mit Blick auf mancherorts zu beobachtende Untätigkeit, die nicht weiter helfe.