5000 Kilometer in 15 Monaten: Dem Brandenburger Ludwig Leichhardt gelang 1844/1845 als erstem Menschen, Australien zu durchqueren. Von Brisbane im Osten nach Port Essington im Westen war er unterwegs. Auf dem fünften Kontinent genießt der im brandenburgischen Trebatsch am Schwielochsee (Oder-Spree) am 23. Oktober 1813 geborene Wissenschaftler hohes Ansehen. Straßen, Berge, Flüsse, Tiere und Pflanzen tragen seinen Namen. Sein 200. Geburtstag wird in diesem Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen, einem wissenschaftlichen Symposium und Ausstellungen begangen.

Im Amt Lieberose im Oberspreewald, wo er in verschiedenen Orten einen Teil seiner Jugend verbrachte, werde die Erinnerung an den großen Sohn wachgehalten, sagt Amtsdirektor Bernd Boschan. Es gibt unter anderem einen Leichhardt-Wanderweg. In Trebatsch wurde anlässlich seines 175. Geburtstages ein kleines Museum mit vier Räumen eröffnet. Zu sehen ist unter anderem eine Schulstube wie zu seinen Lebzeiten. Auch finden hier regelmäßig Veranstaltungen statt.

Leichhardt wurde als sechstes Kind eines Torfinspektors geboren. Schon in seiner Jugend bewegte er sich viel an der frischen Luft und in der freien Natur. Er habe regelmäßig die 50-km-Strecke von Cottbus nach Trebatsch zu Fuß zurückgelegt - meist nachts, heißt es auf der Internetseite des Amtes Lieberose. Als Gymnasiast wanderte Leichhardt von Cottbus nach Bad Muskau, Görlitz, Dresden und in die Sächsische Schweiz. Er studierte in Berlin und Göttingen Anthropologie, Geologie, Botanik, Pflanzengeografie und Astronomie.

Später reiste er durch ganz Europa. Australien wählte er später als Forschungsziel. Auf einem englischen Segler trat er die Überfahrt an und traf im Januar 1842 in Sydney ein. Bei seinen großen Touren durch Australien - seit seiner letzten 1848 gilt er als verschollen - hielt er in seinen Aufzeichnungen auch Lagerstätten von Bodenschätzen fest. Das Amt Lieberose, das sich den Beinamen "Leichhardt-Land" gab, ist auch "down under" gut bekannt. Regelmäßig schauen aus tralische Touristen vorbei. Sie wollen sehen, wo der in ihrer Heimat berühmte Deutsche herstammt, sagt Boschan.