Von Benjamin Lassiwe

Am Rednerpult in der Berliner Bartholomäuskirche standen am Donnerstag noch einmal Gummibärchen. Denn als Landesbischof Markus Dröge 2009 ins Amt eingeführt wurde, hatte er leichtfertigerweise in einem Interview gestanden, dass er diese Süßigkeiten besonders gerne isst. Doch als der im November in den Ruhestand tretende Bischof am Donnerstag zum letzten Mal vor der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo) Bericht erstattete und sein letztes „Wort des Bischofs“ hielt, ging es um deutlich ernstere Themen.

Der Theologe, der in seiner ganzen Amtszeit vor den Gefahren des Rechtsradikalismus gewarnt hatte, forderte erneut ein stärkeres Einschreiten des Verfassungsschutzes und von Sicherheitskräften gegen „rechte Netzwerke und rechtspopulistische Funktionäre“, die „erwiesenermaßen verfassungsfeindliche Thesen vertreten.“

„Und auch wir in den Kirchen dürfen nicht nachlassen, die christlichen Werte gegen Menschenfeindlichkeit zu verteidigen“, sagte Dröge. „Wer ‚Nie wieder!’ zur Gewalt gegen Juden in unserem Land sagt, muss ebenso deutlich sagen: Nie wieder dürfen wir zulassen, dass der Nährboden für diese Gewalt bereitet wird.“

Positiv äußerte sich Dröge zur Integration von Flüchtlingen: Seit 2015 seien fast 400 000 Flüchtlinge in Deutschland in Arbeit gekommen. „Das bedeutet nicht, dass es nicht auch reale Probleme bei der Integration von Menschen aus fremden Kulturkreisen gibt“, sagte Dröge. „Aber dass wir es schaffen, Geflüchtete zu integrieren, das ist heute nicht mehr nur mutige These, sondern inzwischen eine belegbare Aussage.“ Zudem unterstützte Dröge Pläne der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu einem eigenen kirchlichen Rettungsschiff im Mittelmeer.

Dröge äußerte sich auch zum Mitgliederrückgang in der Landeskirche: Seit 2009 schrumpfte die Ekbo von 1,1 Millionen auf Ende 2018 noch 941 000 Gemeindeglieder. In Europa gebe es viele protestantische Kirchen, die vorlebten, wie Christsein glaubwürdig auch mit kleinen Zahlen gelingen kann und Aus­strahlung hat, sagte Dröge. „Auch eine kleine Kirche hat eine Mission, wird gebraucht.“