(iwe) Unter den Betreibern von Brandenburgs christlichen Kliniken herrscht Frust: Immer öfter fühle man sich von Politik und Krankenkassen gegängelt. Das sagte der Geschäftsführer des Rüdersdorfer Immanuel-Krankenhauses, Alexander Mommert, während des Neujahrsempfangs des „Verbunds christlicher Kliniken Brandenburg“ am Mittwoch in Potsdam. Zum Verbund gehören 14 evangelische und katholische Krankenhäuser, die jährlich rund 79 000 Patienten stationär betreuen. In den vergangenen Jahren habe man ein immer stärkeres Hi­neinregieren von Politik und Krankenkassen in die Organisationsfreiheit eines Krankenhauses erlebt. Aus Sicht des Krankenhausverbunds wüssten jedoch die eigenen Mitarbeiter am besten, wie ihre Arbeit geht. „Die besten Konzepte sind diejenigen, wo wir Spielräume und Unterstützung erhalten“, sagte Mommert. „Wir wollen den Menschen helfen, und das tagtäglich.“ Stattdessen erfahre man im Augenblick vor allem „Misstrauen gegenüber den Kliniken.“

Auch Oliver Pommerenke, Regionalgeschäftsführer des Alexianer Krankenhauses St. Joseph, sagte, Kliniken seien „zum Spielball von Politik, Krankenkassen und Rechtsauslegung von Gerichten“ geworden. Die Bundespolitik greife mit Aktionismus in die Krankenhauslandschaft ein. Die Refinanzierung von Bau, Umbau und Medizintechnik durch die Länder befände sich auf einem historischen Tiefstand. Die christlichen Krankenhäuser wollten mehr Pflegekräfte einstellen. „Aber der Fachkräftemarkt ist leer“, so Pommerenke.

Dagegen nannte Sozialministerin Susanna Karawanskij (Linke) die Umgestaltung und Modernisierung der Kliniklandschaft ein Stück Brandenburger Erfolgsgeschichte. Sie freue sich sehr darüber, dass die Brandenburger Krankenhäuser bei der Auswertung von Qualitätsindikatoren bundesweit einen Spitzenplatz belegten.