Diese Entwicklung setzt sich in den nächsten Jahren fort. Insgesamt fehlen dem Land Brandenburg bis zum Jahr 2010 auf diese Weise etwa 130 Millionen Euro. Diese Fehlsummen können nach Ministeriumsangaben ohne Abbestellung von Verkehrsleistungen nicht ausgeglichen werden. Deshalb kündigte Szymanski an, dass sein Ministerium morgen eine Liste der Bahnstrecken vorlegen werde, für die Ausdünnungen des Fahrplans oder gar Abbestellungen vorgesehen sind. Heute will der Minister die Fraktionen des Landtages darüber informieren. Über die Einschnitte soll dann im September auf Regionalkonferenzen diskutiert werden. Rein rechnerisch müsste jeder achte von den rund 35 Millionen jährlich gefahrenen Zugkilometern im Regionalverkehr des Landes gestrichen werden, wenn nicht Möglichkeiten einer teilweisen Kompensation gefunden werden sollten.
Unabhängig von der Kürzung der Regionalisierungsmittel bleibe es bei der Abbestellung der Züge der Regionalexpress-Linie 3 Richtung Berlin zwischen Senftenberg, Finsterwalde und Wünsdorf. Das soll zum Fahrplanwechsel im Dezember erfolgen. Die ungenügende Auslastung auf dieser Strecke steht im Gegensatz zu den Kosten.
Dagegen steht der viel diskutierte und jahrelang verschleppte Ausbau der stark frequentierten Pendlerstrecke Cottbus - Berlin vor dem Durchbruch, bestätigte Szymanski. Im September werde der Bahnvorstand über das Konzept und den Vorschlag Brandenburgs zur Vorfinanzierung der Planungen endgültig befinden, nachdem Bahnchef Hartmut Mehdorn auf Erfolg gesetzt hatte. "Wenn das klappt, wäre das eine Riesensache", betont der Potsdamer Verkehrsminister.
Die Übereinkunft mit der Deutschen Bahn bedeutet den schrittweisen Ausbau der Strecke ab 2007 bis 2011 für Tempo 160. Die Fahrzeit zwischen Cottbus und Berlin soll nach Abschluss der Arbeiten nur noch 63 statt der heute üblichen 106 Minuten betragen. Allerdings geschieht das vorerst weiterhin bei eingleisigem Betrieb zwischen Cottbus und Lübbenau.