In der Region Berlin treffen sich drei von der EU bestimmte transeuropäische Verkehrskorridore - die Nord-Süd-Achse Italien-Skandinavien, der Nord-Ostsee-Korridor Rotterdam-Finnland und der Orientkorridor von Hamburg und Rostock zum Schwarzen Meer und nach Griechenland. Zum Ausbau dieser Transitwege stellt die EU bis 2020 rund 24 Milliarden Euro bereit, die auch von Brandenburgs Firmen genutzt werden können. In frastrukturministerin Kathrin Schneider (parteilos) betonte, die Verkehrswege von Berlin nach Dresden, Stettin und Breslau müssten stärker in europäischem Zusammenhang gesehen werden.

Scharfe Kritik am nationalen Denken im Schienenverkehr äußerte der grüne Europa-Abgeordnete Michael Cramer: "Auf der Schiene ist Europa ein Flickenteppich." Gelder würden vor allem für nationale Projekte verwandt. Vor Weihnachten sei der zwischen Berlin und Breslau verkehrende EC Wawel eingestellt worden, nach Weihnachten Regionalzüge über die deutsch-polnische Grenze. "Das ist ein Armutszeugnis und ein Offenbarungseid", so Cramer. "Die 100 Millionen Euro, die der Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke von Cottbus nach Spremberg und Horka kosten würde, sind ein Prozent der Kosten von Stuttgart 21."