Von Sybille von Danckelman

Beim Unterrichtsausfall macht der Brandenburger Süden gar keine so schlechte Figur: 55 053 Stunden an öffentlichen Schulen sind im Schulamtsbereich Cottbus im vergangenen Schuljahr ausgefallen. Das macht eine Quote von etwa 1,8 Prozent in Relation zum Stundensoll, und damit liegt der Süden Brandenburgs deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 2,3. Das geht aus einer Antwort des Bildungsministeriums auf eine Anfrage der fraktionslosen Landtagsabgeordneten Iris Schülzke aus Elbe-Elster hervor.

Demnach mussten 2017/18 im Land insgesamt 300 047 Unterrichtsstunden mangels Vertretung ausfallen. Man sehe aber keinen Bedarf, zusätzliche Lehrer einzustellen und an dem Betreuungsverhältnis ein Lehrer für rund 14 Schüler etwas zu ändern, heißt es weiter in der Antwort. Denn trotz erhöhtem Vertretungsbedarf sei der ersatzlose Unterrichtsausfall zurückgegangen.

Für das Schulamt Cottbus nennt Leiter Gerald Boese einen möglichen Grund: konsequente Nutzung des Vertretungsbudgets. Das Bildungsministerium stellt für den kurzfristigen Vertretungsbedarf seit 2014 Geld zur Verfügung, aktuell sind es für alle öffentlichen Schulen im Land 5,5 Millionen Euro. Im Cottbuser Amtsbereich sind Boese zufolge im vorigen Schuljahr 46 000 Vertretungsstunden gehalten und finanziert worden.

Eine größere Herausforderung als Stundenausfall und Vertretungsbedarf sieht man im Potsdamer Ministerium darin, Planstellen mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften zu besetzen.

Unterrichtsausfall kein großes Problem in der Lausitz Bildungsministerium macht Ranking zum Stundenausfall

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