Zentimeterhoher Neuschnee und Temperaturen bis zu 20 Grad: Das Wetter in diesem Winter in Deutschland war von Extremen geprägt. Wie der Winter 2020/2021 einzuordnen ist, zeigt die Bilanz des Deutschen Wetterdiensts (DWD), die an diesem Freitagmittag veröffentlicht wird.

Februar von Wetterextremen geprägt

Eines steht laut DWD schon fest: Der vergangene Winter wird der zehnte Winter in Folge sein, der zu warm war. „Zehn zu warme Winter in Folge, das gab es seit Beginn der Aufzeichnungen noch nicht“, sagte ein Sprecher des DWD.
Vor allem im Februar war das Wetter in Deutschland von Extremen geprägt. Nach tagelangem Schneefall stiegen die Temperaturen schnell auf zweistellige Werte. In Göttingen schnellten die Temperaturen innerhalb einer Woche von minus 23,8 Grad auf 18,1 Grad. 41,9 Grad Unterschied in sieben Tagen - einen so hohen Anstieg habe es seit Beginn der Aufzeichnungen nicht gegeben, hieß es.
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Potsdam

2020 war zweitwärmster Winter seit 1881

Bereits der Winter 2019/2020 lag knapp vier Grad über dem Vergleichswert und war damit laut DWD der zweitwärmste Winter seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Der meteorologische Winter beginnt, anders als der astronomische, immer am 1. Dezember und endet mit dem letzten Februartag.
Erstmals in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen seien nun an Messstationen in Wintermonaten an sechs hintereinander folgenden Tagen Temperaturen von 20 Grad und mehr gemessen worden, machte der DWD schon am Donnerstag bekannt. „Es gab schon mehrmals drei Tage hintereinander, zuletzt im Jahr 2019“, sagte ein Sprecher. „Nun hat sich das auf Anhieb verdoppelt - da zeigt sich ganz deutlich die Klima-Erwärmung.“ Hinzu kämen zahlreiche regionale und Bundesländer-Wärmerekorde. „Für viele Menschen sind die milden Temperaturen jetzt sehr angenehm - für Meteorologen sind sie jetzt im Winter sehr beunruhigend.“