Nach dem Ausbruch des Vulkans Ätna auf der süditalienischen Insel Sizilien haben die Menschen noch mit den Auswirkungen des Naturschauspiels zu kämpfen. Der Flughafen der Stadt Catania südlich des Vulkans nahm nach eigenen Angaben erst am Mittwochmorgen, 17. Februar den Betrieb wieder auf.
Die ganze Nacht über befreiten Mitarbeiter demnach das Rollfeld von Vulkanasche. Am späten Dienstagnachmittag, 16. Februar, hatte der Ätna im Osten der Insel kilometerhoch Asche gespuckt, wie das nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) mitteilte.
Lavafontänen schossen mehrere hundert Meter aus dem Krater und flossen in ein Tal auf der Ostseite. „Es hört sich an, als würde eine Bombe explodieren“, sagte eine Bewohnerin Catanias der Deutschen Presse-Agentur.

Vulkanausbruch in Italien: Anwohner am Ätna hören Donnern

Zum Zeitpunkt des Ausbruchs sei ein lautes Donnern aus dem Ätna zu hören gewesen. Viele Menschen in Catania sind der Einwohnerin zufolge daran gewöhnt, dass der Vulkan sehr aktiv ist, aber so ein gewaltiger Ausbruch bereite auch ihnen immer noch Angst.
Am Mittwoch waren einige Straßen weiter mit Asche bedeckt und mussten gereinigt werden, sagte die Anwohnerin weiter. Nach dem Ausbruch war die Rauchwolke über die Stadt mit mehr als 300.000 Einwohnern gezogen.
Dicke Aschebrocken waren auf die Balkone, Autos und Häuser geprasselt. Der Bürgermeister Catanias hatte per Anordnung zeitweise ein Fahrverbot für Motorräder und Fahrräder sowie eine Geschwindigkeitsbegrenzung für den übrigen Verkehr erlassen.

Hunderte Male kommt Rauch, Asche und Lava aus dem Ätna

„L'Etna ci ha fatto neri!“ (auf Deutsch: "Der Ätna hat uns schwarz gemacht!") hat jemand in die Asche auf die Motorhaube eines Autos geschrieben. Ein Foto davon verbreitete die Kommune auf ihrem Instagram-Account.
Verletzte oder Tote habe es glücklicherweise nicht gegeben, teilte die Stadt Catania auf Nachfrage mit. Die Situation sei unter Kontrolle. Auch von größeren Schäden wurde zunächst nicht berichtet.
Für die Vulkan-Experten des INGV war der Ausbruch einer von vielen. Eruptionsereignisse wie dieses seien für diesen Vulkan sicherlich nicht neu, schrieb das Institut in einer Mitteilung.
In den vergangenen zehn Jahren habe es Hunderte solcher Ereignisse gegeben. Die Naturphänomene seien spektakulär, stellten jedoch fast nie eine Gefahr für die Bevölkerung dar.

Vulkan Ätna in Italien gehört zum Weltnaturerbe

Aus dem Ätna kamen im Januar und Februar 2021 an vielen Tagen Asche, Rauch oder Lava. Das Gebiet um den Vulkan ist ein Naturpark und beliebt bei vielen Touristen. Seit 2013 gehört es zum Weltnaturerbe der Unesco. Der Berg selbst ist über 3300 Meter hoch.