Das kühle Wetter mit viel Regen hat Ausflügler in Brandenburg an Himmelfahrt abgeschreckt. Auch die Polizei verzeichnete wenig Einsätze. „Nicht die Herren bestimmen den Herrentag, sondern das Regenwetter“, sagte der Sprecher der Brandenburger Polizei, Torsten Herbst, am Donnerstag. Bis 14 Uhr gab es seinen Angaben zufolge nur „eine Handvoll Einsätze“. Die polizeiliche Lage sei sehr ruhig. Dadurch dass keine Läden offen hätten und auch keine Pendler unterwegs seien, sei kaum jemand auf Brandenburgs Straßen unterwegs. Selbst das Unfallgeschehen halte sich in Grenzen. Bei dem Wetter wolle offenbar einfach kaum jemand vor die Tür, schätzte der Polizeisprecher ein.

Cottbus

Sechs Männer werfen Bierflaschen auf die Autobahn

Allerdings gab es zwei Einsätze, die den Autoverkehr gefährdeten, wie Herbst weiter berichtete. Auf einer Brücke über die A15 bei Kleinmachnow habe eine Gruppe von bis zu sechs Männern Bierflaschen auf die Fahrbahn geworfen. Einen ähnlichen Einsatz gebe es auf der A11. Die Polizei sei dort im Einsatz.
Nach Auskunft von Herbst gab es in den vergangenen Jahren am Herrentag durchschnittlich etwa 15 bis 20 Prozent mehr Einsätze als sonst. Das vergangene Jahr war mit Blick auf das Einsatz- und Notrufaufkommen am Himmelfahrtstag vergleichbar mit den Jahren zuvor. Der Durchschnittswert liege bei etwa 1000 Einsätzen pro Tag.
So wurde in Brandenburg Himmelfahrt und Vatertag gefeiert

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Am Himmelfahrtstag war die Polizei mit mehr Beamten im Einsatz – darunter 100 zusätzlichen Kräften der Bereitschaftspolizei, die Ordnungsämter bei Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Maßnahmen unterstützten. Auch die Zahl der Streifenpolizisten in den Direktionen des Landes wurde je nach Lage erhöht.

Zwei Schlägereien an Männertag in Cottbus

Auch bei der Leitstelle Lausitz gab es weniger Einsätze als in den Vorjahren. „Das war einer der ruhigsten Männertage, die ich je hier erlebt habe“, sagt Linda Gottschalk von der Leitstelle. Doch ganz ohne Einsätze lief Christi Himmelfahrt in Südbrandenburg nicht ab. „Es hat Vorfälle gegeben“, bestätigt Polizeisprecher Lutz Miersch, darunter Ruhestörungen und Körperverletzungen. So unter anderem in Cottbus.
Gegen 22 Uhr sind am Donnerstag Polizeibeamte zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen Personengruppen in die Stadtteile Schmellwitz und Sachsendorf gerufen worden. „Am Käthe-Kollwitz-Ufer wurde eine Gruppe junger Männer von einer weiteren Gruppe mit Migrationshintergrund tätlich angegriffen und mit Schlägen verletzt“, teilt Lutz Miersch mit. Hier konnten zwei junge Männer als Tatverdächtigte im Alter von 16 und 20 Jahren namentlich bekannt gemacht werden. Eine weitere körperliche Auseinandersetzung fand ebenfalls nach 22 Uhr in der Zielona-Gora-Straße statt. Hier prügelten sich zwei Gruppen von jungen Männern aus Afghanistan miteinander. Zu den Hintergründen der Auseinandersetzungen hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen, die weiterhin andauern.

Männer zeigen vorbeifahrenden Pkw Hitlergruß in Altdöbern

Eine weitere Schlägerei hat sich im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ereignet. Gegen 16 Uhr sind Polizeibeamte in die Lauchstraße in Grünewalde gerufen worden. Bis zu 14 Personen waren in die Auseinandersetzung involviert. „Nach ersten Erkenntnissen ist ein Beziehungsstreit um eine junge Frau zwischen jungen Männern derart eskaliert, dass es in der Folge zu einer Schlägerei kam“, so Miersch. Eine Gruppe junger Männer, die den Streit schlichten wollten, wurde ebenfalls angegriffen und geschlagen. Bisher konnten acht Tatverdächtigte im Alter von 15 bis 22 Jahren namentlich festgestellt werden. Die Ermittlungen zur Aufhellung der Geschehnisse dauern an.
In einem weiteren Vorfall in Oberspreewald-Lausitz dauern die Ermittlungen ebenfalls noch an. Zeugen haben am Donnerstagabend gegen 18 Uhr in Altdöbern beobachtet, wie zwei Männer auf der Senftenberger Straße mehrmals am Straßenrand vorbeifahrenden Pkw den „Hitlergruß“ zeigten. Die umgehend verständigten Polizeibeamten konnten bei der Fahndung im Nahbereich zwei Tatverdächtige im Alter von 36 und 37 Jahren feststellen. Einer der beiden musste zur Wache verbracht werden, da er nicht bereit war, vor Ort seine Identität preiszugeben.