Erst Ylenea, dann Zeynep und nun Antonia – über Brandenburg, Berlin und Sachsen ist in der Nacht von Sonntag zu Montag das Sturmtief Antonia hinweggezogen.
Nach den beiden heftigen Stürmen der vergangenen Tage und Nächte hat das dritte Sturmtief bis Montagmorgen in der Region keine größeren Schäden verursacht.
Wie Steve Koßmann, Lagedienstführer der Leitstelle Lausitz in Cottbus, am Montagmorgen sagte, hätten sich die Sturmschäden durch Antonia in Grenzen gehalten. Die Lage sei in der Nacht relativ ruhig gewesen und nicht vergleichbar mit den Stürmen der vergangenen Tage. Seit Sonntag, 22 Uhr, habe es im Einsatzgebiet der Leitstelle Lausitz vier wetterbedingte Einsätze gegeben.

Keine größeren Schäden durch Sturmtief Antonia in der Lausitz

In Meuro sowie bei Calau und Ogrosen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz, in Bindow im Landkreis Dahme-Spreewald sowie im Mittenwalder Ortsteil Ragow ebenfall im Landkreis Dahme-Spreewald musste die Feuerwehr Bäume und Äste beseitigen, die auf Straßen lagen. Größere Schäden habe es bisher laut Leitstelle Lausitz nicht gegeben. Derzeit gingen noch vereinzelt Meldungen über Schäden ein, die jetzt erst entdeckt oder die noch nicht abgearbeitet wurden. Die Leitstelle Lausitz rechnet im Laufe des Montags noch mit weiteren wetterbedingten Einsätzen.
Wegen Sturmschäden geschlossen ist derzeit der Parkplatz an der A13 Berlin Richtung Dresden zwischen Calau und Bronkow.

Erneut Störungen im Bahnverkehr in Sachsen

In Sachsen hat das weiterhin stürmische Wetter am Montagmorgen erneut für Störungen im Bahnverkehr gesorgt. Nach Angaben der Deutschen Bahn mussten Zugreisende etwa mit Verspätungen auf den Strecken Glauchau (Sachsen) – Jena – Erfurt – Göttingen (Niedersachsen), Altenburg – Erfurt sowie Erfurt – Meiningen rechnen.
In Sachsen waren mehrere Linien vom Teilausfall der Strecke im Raum Dresden betroffen. So musste laut Deutscher Bahn unter anderem mit Zugausfällen oder Verspätungen bei den S-Bahn-Linien Dresden – Freiberg und Dresden – Kamenz gerechnet werden sowie den Regionalbahnlinien Dresden – Elsterwerda-Biehla, Dresden-Neustadt – Königsbrück und Pirna – Neustadt.
Auch am Montag soll es in Sachsen wieder stürmisch werden. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) werden Böen mit bis zu 85 Stundenkilometern erwartet. Am Fichtelberg soll es sogar zu heftigen Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde kommen.
Der Tag wir voraussichtlich bewölkt - außerdem werden örtlich kurze Gewitter erwartet. Ab einer Höhe von 400 Metern soll es zu Schneefall kommen. Bis zum Dienstag wird in den höheren Lagen mit zehn Zentimetern Neuschnee gerechnet. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen sieben und neun Grad Celsius und im Bergland zwischen zwei und sechs Grad Celsius. Der Wind bleibt voraussichtlich bis in die Abendstunden stark.

Schwere Sturmböen in Brandenburg und Berlin

In Brandenburg und Berlin beginnt die Woche mit teils schweren Sturmböen und kurzen Gewittern. Nach den Prognosen des DWD werden am Montag Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 70 und 85 Kilometern pro Stunde erwartet, in Schauer- und Gewitternähe sind besonders am Morgen lokal auch schwere Sturmböen bis zu 100 Stundenkilometer möglich.
Der Tag ist neben dem Wind von vielen Wolken, örtlich Regen- und Graupelschauern und morgens auch von kurzen Gewittern geprägt. Die Temperaturen liegen zwischen sieben und neun Grad Celsius.
Der Dienstag startet dann zunächst wolkig bis heiter und meist trocken. Am Nachmittag nehmen die Wolken zu und gegen Abend breitet sich von Westen nach Osten Regen aus bei Temperaturen zwischen sieben und neun Grad. Gelegentlich gibt es noch Windböen. Am Mittwoch werden neben Wolken auch sonnige Abschnitte erwartet, am Abend wird es laut den DWD-Prognosen klar. Der Tag bleibt trocken bei Höchstwerten um die neun Grad Celsius.

Wetterlage noch nicht komplett entspannt

Nach dem Sturm Zeynep, der von Freitag auf Samstag über Deutschland hinweg fegte, ist die Wetterlage also noch nicht komplett entspannt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Potsdam wies am Sonntag darauf hin, dass am Sonntagnachmittag in Berlin und ganz Brandenburg erneut mit Böen zu rechnen sei, allerdings längst nicht mit der Kraft wie in der Nacht zu Samstag.
In der Nacht zum und am Montag selbst erwartete der DWD dann für Berlin und Brandenburg dann das neue Sturmtief Antonia. Auch in diesem Fall rechnete der DWD nicht mit einer Wiederholung der Sturmtiefs der vergangenen Tage. Auszugehen sei von Windspitzen zwischen 60 und 80, maximal 90 Stundenkilometern, also Windstärke acht und neun, weit entfernt vom Orkan. Das traf dann in der Nacht zu Montag auch so ein.

In Sachsen orkanartige Böen erwartet

In Teilen Sachsens wurden hingegen teilweise orkanartige Böen erwartet. Die entsprechende Unwetterwarnung für die Nacht zu Montag gab der DWD heraus. Betroffen seien der Erzgebirgskreis, die Bergländer im Vogtlandkreis und in Mittelsachsen sowie das westelbische Bergland im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
Wer trotz des Sturms im Freien unterwegs ist, muss besonders vorsichtig sein. Der Wind könne Bäume entwurzeln sowie Äste und Dachziegel herabstürzen lassen. Der DWD rät dazu, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Gegenstände im Freien zu sichern und draußen Abstand von etwa Gerüsten und Stromleitungen zu halten.
Bis zur stürmischen Nacht zog der Wind im Laufe des Sonntags bei einer Höchsttemperatur zwischen acht und elf Grad immer weiter an. Möglich seien Wind- und Sturmböen bis Stärke neun, auf dem Fichtelberg orkanartige Böen der Windstärke elf. Zudem ziehe vom Westen aus Regen über den Freistaat. In den Hochlagen kann der Prognose zufolge auch Schnee fallen.

Weitere Einschränkungen im Bahnverkehr

Derweil müssen sich Bahnreisende aufgrund der Unwetterschäden durch den Sturm Zeynep weiterhin auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Momentan gebe es noch auf mehr als 1.000 Streckenkilometern Schäden, teilte die Bahn am Sonntag mit. Bis mindestens Montagnachmittag werde es starke Beeinträchtigungen geben. Rund 2.000 Einsatzkräfte seien rund um die Uhr im Einsatz, um umgestürzte Bäume zu beseitigen und Oberleitungen zu reparieren. Das Zugangebot solle Schritt für Schritt hochgefahren werden, kündigte die Bahn an.
Im Fernverkehr gab es vor allem im Norden Deutschlands am Sonntag noch erhebliche Probleme. Der Regionalverkehr konnte nach Angaben der Bahn hingegen auf den meisten betroffene Strecken wieder aufgenommen werden. Auch im Fernverkehr seien einzelne ICE-Züge zwischen Berlin über Hannover nach Nordrhein-Westfalen unterwegs. Auch auf der Strecke München, Hannover, Bremen und Hamburg gebe es einzelne Züge. Die Strecke Berlin - Leipzig/Halle (Saale) ist nach Angaben der Bahn seit Samstagabend wieder frei.
Die Bahn riet Fahrgästen, Reisen in den betroffenen Regionen zu vermeiden, insbesondere nach Hamburg. Vor dem Fahrtantritt empfahl sie, sich bei der kostenlosen Sonderhotline unter 08000 99 66 33 zu informieren.