Zwar fällt er dieses Jahr an einem Sonntag: Der Reformationstag ist aber dennoch ein Feiertag. Zumindest in manchen Teilen Deutschlands.
  • In welchen Bundesländern ist der Reformationstag ein Feiertag?
  • Warum wird der 31. Oktober gefeiert? Gibt es einen Zusammenhang mit Halloween?
  • Gibt es Veranstaltungen oder Feste zum Reformationstag?

Reformationstag in Deutschland: In diesen Bundesländern ist Feiertag

Schon in der DDR war der Reformationstag in vielen Bezirken ein Feiertag. Zwar wurde er in den 60er Jahren abgeschafft – doch blieb die Tradition im Osten des Landes. In folgenden Bundesländern ist seit 1990, also seit der Wiedervereinigung, der 31. Oktober ein Feiertag:
  • Brandenburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Thüringen
Folgende Bundesländer haben den Reformationstag als Feiertag nach 2018 eingeführt:
  • Bremen
  • Hamburg
  • Niedersachsen
  • Schleswig-Holstein
Im Jahr 2017, zum 500. Reformationstag, war der 31. Oktober erstmalig ein bundesweiter Feiertag.
Der 1. November als Allerheiligen ist dagegen in den katholisch geprägten Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ein Feiertag - außerdem auch in vielen anderen Ländern wie Österreich, Belgien, Frankreich, Italien, Polen, Portugal und Spanien.

Reformationstag 2021: Warum wird der Tag gefeiert?

Der Reformationstag ist ein religiöser Feiertag, und zwar ein evangelischer. Er gilt quasi als Gründungstag der evangelischen Kirchen: Am Abend vor Allerheiligen (dem 1. November) 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche Wittenberg genagelt haben. In seinen 95 Thesen hat Luther den Ablasshandel der katholischen Kirche bestritten: Es sei nicht richtig, sich von seinen Sünden durch Geldzahlungen freizukaufen. Luther warf der katholischen Kirche Korruption vor.
Die Kritik von Martin Luther an der Kirche leitete später die Reformation der Kirche ein. Damit spaltete sich die evangelische Kirche von der katholischen Kirche ab, um einen Gegenentwurf zur – wie Luther damals argumentierte – korrupten katholischen Kirche zu bieten.

31. Oktober: Sind Halloween und Reformationstag verknüpft?

Am 31. Oktober findet auch Halloween statt. Dieser Brauch stammt jedoch aus Irland und ist weit älter als der Reformationstag. Die Feierlichkeiten zum Halloween kommen aus alten keltischen Bräuchen, es war wohl ein Fest zum Einläuten des Endes des Sommers. Somit war Halloween für die Kelten wahrscheinlich das Pendant zur Walpurgisnacht im Frühjahr am 1. Mai. Viele Historiker sprechen davon, dass Halloween eine Art Totenfest der Kelten war.
Seit dem 8. Jahrhundert haben jedoch die Christen in Irland versucht, die alten keltischen Bräuche durch christliche zu ersetzen. Demnach leitet sich das Wort „Halloween“ vom Englischen „All Hallow’s Eve“ her. All Hallow’s Eve bedeutet soviel wie „Der Abend vor Allerheiligen“.
Da viele Iren im 19. und 20. Jahrhundert in die USA auswanderten, wurden ihre Bräuche mitgenommen. Die Popularisierung von Halloween – und die Einführung in Deutschland – kommt durch die Verbreitung in den USA.

Reformationsfeste: Was gibt es besonderes am 31. Oktober?

In evangelischen Kirchen gibt es am Reformationstag in der Regel einen besonderen Gottesdienst. In der Lutherstadt Wittenberg wird der Reformationstag aber in besonderer Form begangen. Üblicherweise gibt es ein Reformationsfest mit Programm über mehrere Tage. 2021 ist folgendes geplant:
  • Stadtführung von der Schlosskirche bis zum Lutherhaus
  • Konzert in der Hofkapelle der Schlosskirche
  • Kinderhexenführung
  • Reformationsgottesdienste auf Englisch und Deutsch, großes Festgottesdienst in der Schlosskirche
  • Historischer Markt am Reformationssonntag von 10 bis 19 Uhr
  • Festkonzert in der Schlosskirche