Papst Benedik XVI., mit bürgerlichem Name Joseph Ratzinger, ist am 31.12.2022 gestorben, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Der emeretierte deutsche Papst wurde 95 Jahre alt.
Schon länger war bekannt, dass Ratzinger schwer krank war. Ende 2022 rief Papst Franziskus zum Gebet für den emeretierten Papst auf. . „Denkt an ihn, er ist sehr krank. Und bittet den Herrn, ihn zu trösten und zu unterstützen in diesem Zeugnis der Liebe zur Kirche, bis zum Ende“, sagte Franziskus bei einer Messe im Vatikan am 28.12.2022.

Papst Benedikt Beerdigung: Wie es jetzt weitergeht

Auch wenn er seit 2013 nicht mehr das Amt des Papstes inne hat, hat Papst Benedikt nun das Recht auf eine päpstliche Beerdigung. Seine letzte Ruhestätte hatte Benedikt bereits ausgewählt. Sowohl er als auch Papst Franziskus haben die Grabnische im Petersdom gewählt, in der zuvor Papst Johannes Paul II. beigesetzt war. Seit der Seligsprechung des vorherigen Papstes liegt dieser nun woanders, weshalb die Grabnische frei wurde. Papst Benedikt wird nun also im Petersdom an dieser Stelle seine letzte Ruhestätte haben, Papst Franziskus wird sich eine andere Nische aussuchen müssen.
Nach dem Tod von Benedikt wird es eine große Beerdigung mit Messe im Vatikan geben. Die Totenmesse für Benedikt findet voraussichtlich wenige Tage nach seinem Tod statt. Im Jahr 2005, als Papst Johannes Paul II. starb, kamen hunderte tausende Pilger zum Vatikan.

Papst Benedikt ist tot: Blick zurück auf ein langes Leben

Der Jubel in Deutschland war groß am Abend des 19. April 2005. Um Papst Benedikt XVI., bürgerlich Joseph Ratzinger, entstand ein Aufsehen wie sonst nur um Popstars. Er war der erste deutsche Papst seit der frühen Neuzeit. Unvergessen die Schlagzeile der „Bild“-Zeitung: „Wir sind Papst!“ In seiner alten Heimat in der Diözese Passau wurde Papst-Bier ausgeschenkt, und das Jugendmagazin „Bravo“ widmete dem damals 78-jährigen Pontifex aus Bayern ein eigenes Poster. Passend dazu wurde er im Sommer 2005 mit einer riesigen Begeisterung beim Weltjugendtag in Köln empfangen.
Nach seiner Wahl zum Papst erhofften sich viele einen Umschwung vom strengen Glaubenshüter hin zum Reformer. Doch Benedikt, ein in akademischen Kreisen hochanerkannter Theologe, widmete sich weiter seinen theologischen Schriften und verfasste etwa eine Jesus-Trilogie. Seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicherte er sich schließlich 2013 durch seinen überraschenden Verzicht aufs Pontifikat. Ein Schritt, den es seit mehr als 800 Jahren nicht mehr gegeben hatte.
Joseph Ratzinger wurde am 16. April 1927 am Karsamstag im bayerischen Marktl am Inn geboren. Im Zweiten Weltkrieg war er als Luftwaffenhelfer im Einsatz, danach studierte er in München und Freising Theologie und Philosophie, 1951 wurde er zum Priester geweiht.
Von da an ging seine theologische Karriere steil nach oben: Der feingeistige Musikliebhaber wurde Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising, weitere Stationen waren Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg. 1977 wurde er Münchner Erzbischof, 1982 Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation unter Papst Johannes Paul II., 2005 dann dessen Nachfolger.
Seit seinem Verzicht aufs Papstamt lebte Benedikt zurückgezogen in einem Kloster im Vatikan. Das Alter machte dem gebrechlichen Mann offenbar zu schaffen. In einem Beileidsschreiben zum Tod eines befreundeten Professors schrieb er im Jahr 2021: „Nun ist er im Jenseits angelangt, wo sicher schon viele Freunde auf ihn warten. Ich hoffe, daß ich mich bald hinzugesellen kann.“