Mallorca bietet Touristen unterschiedlichste Reisemöglichkeiten – vom Partyurlaub am Ballermann oder an der Cala Rajada hin zum entspannten Familienurlaub in Cala d`Or oder Can Picafort. Badebuchten mit kristallklarem Wasser, charmante Dörfer und naturbelassene Höhlen: Die Lieblingsinsel der Deutschen ist sehr vielfältig und jeder Abschnitt der Baleareninsel hat etwas Besonderes zu bieten. Doch die Corona-Zahlen sind auf Mallorca wie in ganz Spanien stark gestiegen und die Regeln könnten verschärft werden.
  • Doch wie hoch ist die Inzidenz auf Mallorca genau?
  • Wie ist die Lage auf Mallorca aktuell?
  • Gilt Mallorca aktuell als Hochrisikogebiet?
  • Gelten bald strengere Corona-Regeln auf Mallorca und die Hochstufung zum Hochinzidenzgebiet?
  • Ist der Mallorca Urlaub jetzt in Gefahr?
  • Oder sind Reisen und Urlaub 2021 auf Mallorca möglich?
Die Bundesregierung stuft mit Spanien das beliebteste Urlaubsland der Deutschen von Dienstag an als Corona-Hochinzidenzgebiet ein. Auf Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen lag die Inzidenz zuletzt bei 365. Vor allem junge, noch nicht geimpfte Menschen infizierten sich bei Partys und Musikfestivals, meist mit der ansteckenderen Delta-Variante. Im Corona-Hotspot Katalonien mit Barcelona als Touristenmetropole liegt die 14-Tage-Inzidenz bei den 20- bis 29-Jährigen derzeit bei schwindelerregenden fast 3200.

Hochrisikogebiet Mallorca – Spanien wurde hochgestuft zum Hochrisikogebiet

Seit Wochen klettert der Wert der Inzidenz auf dem spanischen Festland und der beliebten Urlaubsinsel Mallorca. Zuvor wurde schon berichtet, dass Spanien genau wie die Niederlande von der Bundesregierung hochgestuft werden könnten. Dies ist nun der Fall. mit Wirkung von Dienstag, 27. Juli 2021, gilt ganz Spanien inklusive der Balearen und Kanaren als Hochinzidenzgebiet.

Hochstufung zum Hochinzidenzgebiet: Folge für Tourismus

Berichte, wonach die Bundesregierung den Corona-Hotspot Spanien womöglich als Hochinzidenzgebiet einstufen will, ließen auf Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen die Alarmglocken schrillen. „Diese Entscheidung wird vor allem Mallorca und den Rest der Inseln (Balearen) treffen“, schrieb die Zeitung „Última Hora“ am Freitag. „Das wäre ein weiterer Schlag für den Tourismus“, fürchtet auch die Zeitung „Diario de Mallorca“.
Betroffen von den dann schärferen Bestimmungen für die Rückreise nach Deutschland sind besonders jüngere Urlauber, von denen viele noch nicht geimpft sind. Aber auch vollständig geimpfte Eltern könnten in Schwierigkeiten geraten, wenn ihre Kinder nach der Rückkehr aus dem Mallorca-Urlaub für mindestens fünf Tage in Quarantäne müssten statt in den Hort oder Kindergarten gehen zu dürfen.

Corona-Zahlen für Mallorca und die Balearen: Aktuelle Inzidenz, Neuinfektionen, Impfquote

Für ganz Spanien gibt die Johns-Hopkins-Universität (Stand 22.07.2021) einen Inzidenzwert von über 400 an. Auf Mallorca breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus zunehmend aus und lässt die Infektionszahlen steigen. 12 Prozent der Corona-Tests fielen in den letzten 7 Tagen positiv aus. Die aktuellen Corona-Zahlen für Mallorca laut Ministerio de Sanidad im Überblick:
  • 7-Tage-Inzidenz: 439
  • Neuinfektionen: 644
  • Infektionen seit Pandemie-beginn: 53.150
  • Belegte Intensivbetten auf Mallorca: 25
  • Impfquote der Balearen: 49,4 Prozent

Urlaub auf Mallorca stornieren? Buchungen brechen ein

Aus einem Bericht der Mallorca Zeitung geht hervor, dass die Urlaubsbuchungen auf Mallorca um etwa ein Drittel eingebrochen sind. Allerdings werden die Reisen gerade nicht in diesem Ausmaß storniert. Schuld an den weniger gewordenen Buchungen sind die Einstufungen Mallorcas als Risikogebiet (Deutschland) und als „Orange“ (Großtbritannien). Die Sorge um eine Hochstufung zum Hochinzidenzgebiet sei nun groß auf der Insel.

Einschränkungen auf Mallorca: Gelten bald strengere Party-Regeln auf Mallorca?

Die Inselregierung hat wegen der besorgniserregenden Entwicklung wieder schärfere Einschränkungen ab dem Wochenende angekündigt, die aber noch von der Justiz genehmigt werden müssen. Um Partys und Trinkgelage vor allem junger Leute unter freiem Himmel zu bekämpfen, sollen Strände und Parks künftig von 22 Uhr bis 6 Uhr geschlossen werden. Die Justiz muss den Plänen noch zustimmen, wie die „Mallorca Zeitung“ berichtete. In Katalonien, wo der Inzidenzwert über 500 liegt, gibt es in vielen Regionen und Städten bereits Ausgangssperren.
Mallorca ist mit seinen traumhaften Badebuchten bei Touristen beliebt.
Mallorca ist mit seinen traumhaften Badebuchten bei Touristen beliebt.
© Foto: Pixabay

Regierung will Ausgangssperre auf Mallorca

Die Regionalregierung der Balearen, zu denen neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera gehören, möchten das Nachtleben ab dem Wochenende stark einschränken. Vor allem die sogenannten Botellones, Partys im Freien mit viel Alkohol, sollen verhindert werden, indem Strände und Parks zwischen 01.00 und 06.00 Uhr geschlossen werden und in der Zeit auch nur Treffen von Menschen aus demselben Haushalt erlaubt sein sollen. Allerdings muss die Justiz noch grünes Licht geben, was nicht als sicher galt. In Navarra, wo die Sieben-Tage-Inzidenz bei fast 537 lag, lehnte das Oberste Landesgericht am Dienstag einen Antrag der Regionalregierung ab, eine nächtliche Ausgehsperre zu verhängen. In Katalonien und Valencia hatte die Justiz das jedoch zuvor erlaubt.
22.07.2021, Spanien, Palma de Mallorca: Magil und Karla aus Köln vergnügen sich abends an der Strandpromenade von Palma. Die Zahl der Neuerkrankungen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg auf den Balearen mit Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen auf 365. In Spanien liegt der Wert in 16 seiner 17 Regionen über 200, ab dem Deutschland ein Land oder eine Region zum Hochinzidenzgebiet erklären kann. Foto: Clara Margais/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
22.07.2021, Spanien, Palma de Mallorca: Magil und Karla aus Köln vergnügen sich abends an der Strandpromenade von Palma. Die Zahl der Neuerkrankungen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg auf den Balearen mit Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen auf 365. In Spanien liegt der Wert in 16 seiner 17 Regionen über 200, ab dem Deutschland ein Land oder eine Region zum Hochinzidenzgebiet erklären kann. Foto: Clara Margais/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
© Foto: Clara Margais

Neue Einschränkungen: Bußgelder bei Verstößen drohen

Teilnehmern solcher Partys drohen demnach künftig saftige Bußgelder in Höhe von 1000 Euro. Wenn ein Partygast mit seiner Teilnahme gegen eine Quarantäne verstößt, soll sich das Bußgeld auf 2000 Euro erhöhen. Wenn der Teilnehmer positiv auf Corona getestet wurde, werden sogar 5000 Euro fällig. Den Organisatoren illegaler Partys drohen Strafen von bis zu 100 000 Euro.

Corona-Regeln auf Mallorca: Was ist für die Gastronomie geplant?

Auch Gaststätten müssen künftig wohl wieder etwas früher schließen, und zwar um 1 Uhr statt um 2 Uhr.
  • Maximal dürfen im Innenbereich von Gaststätten dann noch Gruppen von vier Personen an einem Tisch sitzen.
  • Im Außenbereich dürfen acht Personen an einem Tisch sitzen.
  • Von 1 Uhr bis 6 Uhr dürfen sich Medienberichten zufolge nur noch Personen treffen, die im selben Haushalt leben. Gemeinsam eingecheckte Hotel- oder Fincagäste sollen dabei als ein Haushalt gelten

Maskenpflicht auf Mallorca: Muss man im Freien wieder Maske tragen?

Auf die eigentlich geplante Wiedereinführung der erst vor knapp einem Monat abgeschafften Maskenpflicht auch im Freien verzichtete die Regionalregierung nach Gesprächen mit Unternehmern und Gewerkschaften, wie die „Mallorca Zeitung“ berichtete. Allerdings werde dringend geraten, freiwillig eine Maske tragen. Kann ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu Fremden nicht eingehalten werden, ist die Maske auch im Freien wieder Pflicht, in allen öffentlichen Innenräumen und in Bussen und Bahnen sowieso.

Delta-Variante und Neuinfektionen: Wie ist die Lage auf Mallorca aktuell?

Auf Mallorca wird die als ansteckender geltende Delta-Variante des Coronavirus inzwischen bei 85 Prozent aller Proben festgestellt. Auch wenn sich vor allem junge Leute mit Corona infizieren, die meist nur milde Krankheitssymptome aufweisen, kommt das Gesundheitssystem langsam wieder unter Druck.
Mallorca ist aktuell Risikogebiet: Welche Regeln gelten jetzt im Sommerurlaub 2021?
Mallorca ist aktuell Risikogebiet: Welche Regeln gelten jetzt im Sommerurlaub 2021?
© Foto: Pixabay

Gilt Mallorca als Hochinzidenzgebiet laut RKI?

Seit Ende Juni klettern die Corona-Zahlen nicht nur auf den Balearen, sondern in ganz Spanien. Die Bundesregierung stufte deshalb das ganze Land als Risikogebiet ein. Reisen werden faktisch nicht erschwert, weil schon bisher mit dem Flugzeug zurückkehrende Urlauber einen negativen Test vorlegen mussten. Aber für das stark vom Tourismus abhängige Spanien könnte es sich als Imageschaden herausstellen, dass das Auswärtige Amt mitten in den Sommerferien wieder von touristischen Reisen in das Land abrät. Das löst Sorgen in der Tourismusbranche aus.
Mallorca gilt aktuell trotz der hohen Inzidenz nicht als Hochinzidenzgebiet. Welche Länder jedoch derzeit als Hochinzidenzgebiet gelten und welche Regeln es bei Rückreise, Quarantäne & Co. zu beachten gilt, zeigt folgender Artikel.

Einreise nach Mallorca: Diese Regeln gelten für Test und Nachweise

Wer aus einem Risikogebiet nach Spanien reist, muss ein negatives Ergebnis eines Corona-Tests nachweisen, eine vollständige Impfung oder eine Genesung. Deutschland gilt laut des Auswärtigen Amtes derzeit aber nicht als Risikogebiet. Wer jedoch auf dem Landweg über Frankreich nach Spanien reist, braucht einen negativen Corona-Test.
Reisende, die auf dem Luft- oder Seeweg nach Spanien kommen, müssen ein Formular im im Spain Travel Health-Portal zur Gesundheitskontrolle ausfüllen, das einen QR-Code erzeugt, der beim Check-in und bei Einreise vorgelegt werden muss. Fluggesellschaften sind verpflichtet, sich das elektronische Einreiseformular vorlegen zu lassen. Das Formular kann maximal 48 Stunden vor der geplanten Einreise ausgefüllt werden.

Rückkehr aus Mallorca: Was man bei der Einreise nach Deutschland beachten muss

  • Reisende, die sich innerhalb der letzten 10 Tage in einem Risikogebiet, wie es Mallorca gerade ist, aufgehalten haben, müssen vor der Einreise die digitale Einreiseanmeldung vornehmen. Das ist möglich über das digitale Einreiseportal.
  • Alle Personen, die mit dem Flugzeug nach Deutschland einreisen, müssen vor Abflug ein negatives Coronatest-Ergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis vorlegen – unabhängig davon, ob sie in einem Risikogebiet waren oder nicht. Der Test darf maximal 48 Stunden alt sein (Antigen-Test) oder 72 Stunden (PCR).
  • Wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss eigentlich direkt nach Ankunft zuhause in Quarantäne. Diese häusliche Quarantäne kann aber vorzeitig beendet werden, wenn ein Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung über das Einreiseportal übermittelt wurde. Gleiches gilt auf für einen negativen Testnachweis. Wenn diese Nachweise schon vor der Einreise übermittelt werden, ist eine Quarantäne erst gar nicht erforderlich.

Ist der Urlaub auf Mallorca jetzt in Gefahr?

Angesichts hoher Corona-Zahlen in Spanien hat sich die Tourismusbranche pessimistisch über die laufende Sommersaison geäußert. Es gebe einen „plötzlichen Rückgang“ bei den Buchungen ausländischer Urlauber, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE am Samstag unter Berufung auf den Vizepräsidenten des spanischen Tourismusverbandes Exceltur, José Luis Zoreda. „Wenn sich die Corona-Zahlen weiter verschlechtern, schätzen wir, dass der Tourismus in diesem Sommerquartal einen Umsatz von 37,97 Milliarden Euro generieren wird, mehr als die 24,30 Milliarden im selben Zeitraum des Vorjahres, aber viel weniger als die 58,37 Milliarden des Jahres 2019“, zitierte der Sender den Tourismusmanager.
Die Branche hatte wegen der fortschreitenden Impfkampagne auf eine weit stärkere Erholung des Geschäfts in diesem Sommer gehofft. Der Tourismus trägt in normalen Zeiten mehr als zwölf Prozent zum spanischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, auf den auch bei Deutschen beliebten Urlaubsinseln der Balearen und auf den Kanaren sind es sogar rund 35 Prozent. Die Branche sichert Hunderttausende Arbeitsplätze.

Nachverfolgung von Corona-Kontakten auf Mallorca wird schwieriger

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen wird die Nachverfolgung enger Kontakte von Infizierten auf Mallorca einem Medienbericht zufolge zunehmend schwieriger. Zurzeit gebe es auf den Balearen, zu denen neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera gehören, insgesamt 7460 mit dem Virus Infizierte, schrieb die Zeitung „Diario de Mallorca“ am Dienstag. Statistisch kämen auf jeden Infizierten fünf enge Kontakte - also insgesamt 37 300 Menschen, die sich für zehn Tage isolieren müssten.
Für die Nachverfolgung so vieler Kontakte und die Kontrolle, ob sich die Menschen auch an die Vorgaben hielten, hätten die Behörden nicht ausreichend Personal, hieß es. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen kletterte auf den Balearen nach Angaben vom Dienstag auf 322.