Endlich haben sich Bund und Länder offenbar auf ein Nachfolgemodell für das 9-Euro-Ticket geeinigt. Die Details müssen zwar noch geklärt werden. Doch hat man sich nach Angaben von Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) auf ein Eckpunktepapier festlegen können. Am Mittwoch und Donnerstag kommen die Verkehrsminister und -ministerinnen zusammen. Ob es danach mehr Klarheit geben wird, steht nicht fest.
Bereits im September hatten sich Bund und Länder zumindest darauf einigen können: Ab 1. Januar 2023 soll das neue Ticket zu kaufen sein. Geplant ist ein Ticket, das genauso wie das 9-Euro-Ticket in ganz Deutschland gültig ist und das man unkompliziert über sämtliche regionalen Verkehrsanbieter und in deren Apps kaufen kann.

49 Euro Ticket ab Januar: Nur im Jahresabo erhältlich?

In einem Eckpunktepapier einer Arbeitsgruppe zur Konferenz heißt es, das Ticket solle zum Start für den Preis von 49 Euro im Jahresabo erhältlich sein. Dieser Startpreis führe zu einem hohen Anteil von Neukunden und habe eine hohe Klimawirkung. Das Ticket solle bundesweit gültig sein. Das Papier lag der Deutschen Presse-Agentur vor, zuerst berichteten die „Rheinische Post“ und das Portal „The Pioneer“ darüber. Auf Spitzenebene gibt es nach dpa-Informationen noch keine Einigung über ein 49-Euro-Ticket oder ein anderes Modell.
Offen ist, ob das Ticket dann wirklich nur im Jahresabonnement erhältlich sein wird. Wenn das der Fall sein sollte, dann würde es das Tickets sicherlich für viele Kunden unattraktiv machen. Ob das Ticket dann im Monatspreis teurer wird, war ebenfalls noch zu klären.

Finanzierung: Länder wollen aus VMK mehr Geld

Über die wichtigste Frage gibt es auch noch keine Einigkeit: Wie wird das neue Ticket bezahlt? Bei der Verkehrsministerkonferenz werde man sich mit einer dringend nötigen Erhöhung der Regionalisierungsmittel und einer Mitfinanzierung des Bundes für die hohen Energiepreise befassen, so die Vorsitzende der Länder-Ressortchefs, Bremens Senatorin Maike Schaefer (Grüne). „Ein kostengünstiges deutschlandweit gültiges Ticket hat keinen finanziellen Entlastungseffekt für Menschen oder für die Verkehrswende und damit für das Klima, wenn die Länder künftig mangels Finanzmitteln Strecken schließen und Leistungen abbestellen müssten“, sagte Schaefer.
Die Länder wollen auch wegen gestiegener Energiekosten generell mehr Geld vom Bund zur Finanzierung des Nahverkehrs. Mitte September hatten sie beschlossen, erst über eine Nachfolgeregelung zu entscheiden, wenn der Bund mit einem Angebot auf ihre Forderungen eingeht. Die Länder wollen eine Erhöhung der sogenannten Regionalisierungsmittel um 1,5 Milliarden Euro von diesem Jahr an. Mit diesem Geld vom Bund bestellen die Länder Bahn- und Busverkehre bei den Verkehrsanbietern. Zusätzlich soll der Bund die Mittel 2022 und 2023 aufgrund der gestiegenen Energiepreise jeweils um 1,65 Milliarden Euro erhöhen.
Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Regierungschefs der Länder hatten sich in der vergangenen Woche nicht in Finanzfragen einigen können. Die Ampel-Koalition hatte sich bereit erklärt, für ein dauerhaftes bundesweites Nahverkehrsticket jährlich 1,5 Milliarden Euro extra zu geben, wenn die Länder mindestens den gleichen Betrag beisteuern.