Die Corona-Zahlen steigen im Herbst drastisch: Deutschlandweit liegt die Inzidenz mittlerweile über 400 (26.11.2021: 438,2), in einzelnen Bundesländern sogar bei über 100. Die Inzidenzen liegen bei Kindern und Jugendlichen besonders hoch. Bei den neu beschlossenen Maßnahmen liegt der Fokus vor allem auf Ungeimpfte – wozu auch die meisten Kinder gehören. Jetzt wurde auch der erste Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren in Europa zugelassen.
  • Welche Corona-Maßnahmen gelten für Kinder? Sind sie bundeseinheitlich?
  • Wann und wie oft müssen sich Kinder testen lassen?
  • Reicht ein Schnelltest oder brauchen Kinder einen PCR-Test?

Corona-Tests für Kinder: PCR-Test oder Schnelltest?

Seit Mitte November sind Corona-Tests auch wieder für alle kostenfrei. Somit können sich alle Menschen, die wollen, kostenlos auf das Virus testen lassen. Für Kinder hat das aber immer gegolten – hier gibt es also keine Änderung.
In allen Bundesländern müssen Kinder sowieso regelmäßige Schnelltests machen, um zur Schule zu gehen. Es gibt leichte Abweichungen zwischen den Ländern: In einigen müssen Kinder zwei Tests, in anderen drei pro Woche machen. In den meisten Ländern werden diese Regeln aktuell verschärft, sodass Kinder fast täglich getestet werden. Fast überall entfällt die Testpflicht für Kinder dann, wenn sie geimpft oder genesen sind.
Bei den Tests handelt es sich in der Regel um Schnelltests – für manche Grundschulkinder gibt es aber auch die sogenannten Lolli-Tests. Dabei lutschen Kinder 30 Sekunden lang an einem Abstrichtupfer, der später wie ein PCR-Test ausgewertet wird. Diese Tests werden in Bayern, Bremen und im Saarland angewendet.

2G für Kinder? Brauchen Kinder einen negativen Test?

In allen Bundesländern sind Kinder unter sechs Jahren generell von der Testpflicht befreit. Sie gelten quasi automatisch als negativ getestet. Für Kinder ab dem 6. Geburtstag, die noch keine Impfung bekommen haben, muss in den meisten Bundesländern bei Anwendung der 3G-Regel auch kein gesonderter Test her. Denn: Schulpflichtige Kinder werden in ihren Einrichtungen regelmäßig getestet. Als Nachweis reicht also der Schülerausweis.
In Sachen 2G kann es Unterschiede geben, aber eigentlich gilt: Kinder sind von 2G ausgenommen. Zwischen den Bundesländern gibt es lediglich im Alter Abweichungen. In manchen Ländern, wie z.B. in Sachsen, sind Kinder bis zum sechsten Lebensjahr von 2G ausgenommen. Zwischen sechs und zwölf Jahren ist der Zugang zu 2G-Orten dann nur mit Test möglich. In anderen Ländern, wie in Brandenburg, sind alle Kinder unter zwölf von 2G ausgeschlossen.
In Berlin wollte die Landesregierung im September ein 2G-Modell ohne Ausnahmen einführen – das hätte bedeutet, dass Kinder keinen Zutritt zu 2G-Lokalen gehabt hätten. Nach scharfer Kritik ist das aber nicht umgesetzt worden.

Kinder und Masken: Sind Kinder von der Corona-Maskenpflicht befreit?

Auch hier gibt es regionale Unterschiede. Aber meistens sind Kinder unter sechs Jahren vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes befreit. Ob Kinder ab sechs Jahren zum Beispiel in der Schule und im Unterricht eine Maske tragen müssen, regeln die Bundesländer je nach Infektionsgeschehen. In Brandenburg wurde im November beispielsweise die Maskenpflicht auch an Grundschulen wieder eingeführt, nachdem die Infektionsszahlen in dieser Gruppe stark angestiegen sind. Kinder über sechs Jahren müssen aber genauso wie Erwachsene z.B. im ÖPNV oder im Einzelhandel eine Maske tragen.
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin weist darauf hin, dass FFP2-Masken für Kinder unter zwölf Jahren nicht geeignet sind. Sie decken den Mund-Nasen-Raum in der Regel nicht richtig ab und schützen somit nicht vor einer Verbreitung des Corona-Virus. Es gibt zwar Masken, die als FFP2-Masken für Kinder verkauft werden – diese werden aber von Experten nicht empfohlen. Stattdessen sollten Kinder eine OP-Maske tragen. In den Ländern, in denen eine FFP2-Maskenpflicht in bestimmten Bereichen gilt, sind Kinder unter zwölf ausgenommen. Sie müssen eine OP-Maske tragen.

Corona-Impfungen für Kinder: Wann werden jüngere Kinder geimpft?

Seit August gibt es für Kinder über zwölf Jahren eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Seitdem sind in der Altersgruppe 12- bis 17-Jährige 44,9 Prozent vollständig geimpft (Stand: 22. November).

Pfizer-Impfstoff für Kinder ab 5 Jahren zugelassen

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat Ende November über die Zulassung des Corona-Impfstoffes von Pfizer/Biontech für Kinder ab fünf Jahren entschieden. Laut dem geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen den Ländern ab dem 20. Dezember in einer ersten Lieferung 2,4 Millionen Dosen des Vakzins für Fünf- bis Elfjährige zur Verfügung gestellt werden. In Israel und den USA dürfen Kinder ab fünf Jahre bereits mit dem Pfizer/Biontech-Präparat geimpft werden.