Nur noch wenige Wochen dauert es, bis die fünfte Jahreszeit mit dem traditionellen großen Knall zu Ende geht: Das erste große Fest des Jahres ist für viele in Deutschland der Fasching. Je nach Region hat die fünfte Jahreszeit unterschiedliche Namen: Fastnacht, Fasnet, Fastelovend oder einfach Karneval, um die bekanntesten zu nennen.
Die tollen Tage finden auch 2022 leider unter den Vorzeichen der Corona-Pandemie statt – Umzüge wird es wieder nicht in gewohnter Form geben.
In diesem Artikel werden die wichtigsten Fragen zum Fasching 2022 beantwortet:
  • Wann findet Fasching dieses Jahr statt?
  • Wann sind die Faschingsferien?
  • Wird es in diesem Jahr wegen Corona Umzüge geben?
  • Was feiern wir überhaupt an Fasching?
  • Was sind die Bräuche und Traditionen?

Fasching 2022: Datum und Termine

Die wichtigsten Tage zum Faschingsfest finden in der Woche vom 24. Februar bis 2. März 2022 statt. Der Beginn ist die Weiberfastnacht oder Schmotziger Donnerstag am 24. Februar. In vielen Regionen ist der Höhepunkt des Faschings der darauffolgende Montag, der Rosenmontag. Die Zeit des Faschings endet am Aschermittwoch.
Traditionell startet der Fasching am 11.11. um 11:11 Uhr. Ab dem 6. Januar, dem Dreikönigstag, geht es langsam in die Hochphase der Faschings- und Karnevalszeit.

Faschingsferien 2022: Wann sind Ferien in Bayern, BW, RLP & Co.?

In den Bundesländern gibt es keine einheitlichen Faschingsferien. Das liegt unter anderem daran, dass nicht überall Fasching oder Karneval gefeiert wird. In den Ländern, in denen es keine Faschingsferien gibt, gibt es aber Winterferien, die üblicherweise um die gleichen Jahreszeit stattfinden.
In folgenden Bundesländern sind die Tage um Weiberfastnacht, Rosenmontag und/oder Aschermittwoch 2022 schulfrei:
  • Bayern: 28.02. bis 04.03.2022
  • Rheinland-Pfalz: 21.02. bis 25.02.2022
  • Saarland: 21.02. bis 01.03.2022
  • Sachsen: 12.02. bis 25.02.2022
In den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen gibt es sogenannte bewegliche Feiertage, die häufig über die Faschingszeit genommen werden. Über diese entscheiden die Schulen aber selbst. In allen anderen Ländern finden die Winterferien zu einem anderen Zeitpunkt statt.

Fasching in BW: Finden die Umzüge 2022 statt?

Zum dritten Mal findet der Fasching im Zeichen der Corona-Pandemie statt. Auch dieses Jahr ist noch vieles ungewiss: Wegen der erwarteten Welle an Omikron-Fällen fragen sich viele, ob große Umzüge dieses Jahr stattfinden können.
Ende Januar gab es aus Baden-Württemberg die klare Ansage: Faschingsumzüge werden grundsätzlich untersagt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte bei der Verkündung der neusten Corona-Regeln dazu: „Umzüge im Freien müssen wir leider untersagen“. In Baden-Württemberg wird es also aller Voraussicht nach keine Umzüge 2022 geben.
Unterdessen erläuterte der Amtschef des Sozialministeriums, Uwe Lahl, die Voraussetzungen, unter denen Fastnachtsveranstaltungen „im Rahmen der bis auf Weiteres geltenden Alarmstufe I“ durchgeführt werden können. Zum Beispiel gelte sowohl im Freien als auch in Innenräumen eine FFP2-Maskenpflicht auch am eigenen Sitz- oder Stehplatz. Ausnahmen seien Essen, Trinken, wenn man während eines Auftritts singt oder Blasmusik spielt sowie beim Tragen einer „weitgehend luftdichten Larve“, also einer traditionellen Fastnachtsmaske.
Ferner dürften in geschlossenen Räumen konzert- oder theaterähnliche Veranstaltungen mit höchstens 50 Prozent der zugelassenen Kapazität durchgeführt werden. Die Obergrenze liege unter Einhaltung der 2G-Regeln bei 1500 Besuchern und Besucherinnen. Bringen Genesene und Geimpfte einen aktuellen Test mit (2G plus), seien bis zu 3000 Menschen erlaubt, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im Freien betragen die Obergrenzen entsprechend der Corona-Regeln für Stadt- und Volksfeste 3000 (2G) beziehungsweise 6000 (2G plus) Menschen. Voraussetzung seien feste, abgegrenzte Bereiche mit umfassenden Zugangskontrollen.

Fastnacht in Bayern: Gibt es Veranstaltungen?

Das gilt aber nicht in allen Bundesländern. In Bayern sind aber auch schon einige Vereine aktiv geworden und haben abgesagt. So auch der Faschingsverein in Regensburg. Der größte Faschingsumzug in Süddeutschland „rechts des Rheins“, so die Eigenwerbung, wird am Rosenmontag in Würzburg auch nicht stattfinden. Normalerweise schauen bis zu 100 000 Menschen dem närrischen Treiben beim Faschingsumzug in Würzburg zu. Auch die Große Gala-Prunksitzung und der Prinzenball wurden abgesagt. Optimistisch bleibt man noch in München: „Wenn auch dieses Jahr wieder, pandemiebedingt, Präsenzveranstaltungen nicht wie gewohnt stattfinden können, findet für die Münchner Gesellschaft der Fasching (...) trotzdem, oder gerade deswegen, statt. Wenn auch erneut in einer anderen Darstellung und Form“, kündige Elferrätin Beatrice Nawrath gegenüber der dpa an.
Wahrscheinlich wird es also dieses Jahr wenig ausgelassenes Faschingstreiben geben. Auch im Rheinland, wo der Karneval gefeiert wird, wird in die Röhre geguckt. Einige Karnevalsvereine haben ihre Rosenmontagsumzüge in den Mai verschoben.

Fasching: Herkunft und Bräuche

Im Wesentlichen unterscheidet man in Deutschland zwischen dem Fasching und dem Karneval, die aber zur gleichen Jahreszeit stattfinden und den gleichen Ursprung haben. „Fasching“, „Fastnacht“ oder „Fasnet“ (sowie weitere Abwandlungen) wird im schwäbisch-alemannischen sowie in Bayern, im Saarland, in Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen gebraucht. Im Ruhrgebiet und Rheinland wird hingegen vom Karneval gesprochen.
Die Faschingszeit kommt aus dem Christentum und findet direkt vor der Fastenzeit statt. Ab Aschermittwoch wird traditionell bis Ostern gefastet. In der Woche davor wird also noch einmal gefeiert, das fettige Essen wird aufgebraucht, früher wurden die letzten Tiere geschlachtet. Früher sollten gläubige Christen nämlich in der Fastenzeit keinen Fleisch, keine Milchprodukte oder Eier essen. Heute gibt die Kirche keine strengen Fastenregeln vor – die Traditionen bleiben aber bestehen. So werden um Fasching herum oft Krapfen/Berliner/Pfannkuchen oder ähnliche Gebäcke gegessen, fettiges Essen mit Schweinefleisch gehören auch zum Brauchtum. Im englischsprachigen Raum gibt es am Mardi Gras (fettigen Dienstag) oft Eierkuchen.

Kostüme und Verkleidung beim Fasching

Zum wichtigsten Brauchtum gehören natürlich die Verkleidungen. Der Karneval und der Fasching unterscheiden sich in ihren Traditionen hier stark.
Im schwäbisch-alemannischen tragen die Narren Kostüme, die Masken aus Holz haben. Die Kostüme heißen hier „Häs“, ihre Träger sind Narrenhästräger. Das Häs wird nicht von Jahr zu Jahr gewechselt – sondern immer beibehalten. Oft haben die Narrenvereine strenge Regeln darüber, wann und wie oft man das Häs in seiner Lebzeit als Narr wechseln darf. Zudem gibt es Regeln darüber, welche Häse von Männern, Frauen und Kindern getragen werden dürfen. Ein Verein hat eine begrenzte Anzahl an Hästypen, die innerhalb des Vereins getragen werden dürfen.
Generell kann man folgende Hästypen im schwäbisch-alemannischen Fasching unterscheiden:
  • Narren
  • Hexen
  • Tiergestalten
  • Teufel
  • Wilde Leute
  • Sagengestalten
Im schwäbisch-alemannischen tragen die Narren ein "Häs", das üblicherweise eine Maske aus Holz hat.
Im schwäbisch-alemannischen tragen die Narren ein „Häs“, das üblicherweise eine Maske aus Holz hat.
© Foto: Pixabay
Jüngere Vereine haben oft neue Arten von Häse entwickelt. Traditionell lassen diese sich aber in eine dieser Kategorien einordnen. Die schwäbisch-alemannische Fastnacht gehört seit 2014 zur Liste der immateriellen Kulturerben.

Fasching: Der Beginn der Fastenzeit

Nach Aschermittwoch findet die Fastenzeit statt. Im Christentum bedeutet das eine Zeit der Enthaltsamkeit. Alle Infos zur Fastenzeit im Christentum gibt es hier: