Wenn man plötzlich neben der nachgebauten Figur steht, fühlt man sich fast klein. Der Schauspieler Bud Spencer (1929 bis 2016) war in seinen Filmen als herzlicher Haudrauf bekannt.

Ausstellung in Berlin zeigt Blick auf Karriere von Bud Spencer

Eine neue Ausstellung in Berlin wirft nun einen Blick auf seine Karriere. Der Ausstellungsraum, der am Sonntag, 27. Juni, eröffnen soll, liegt zwischen Museumsinsel und Brandenburger Tor.
Filmklappen und Ausweise aus Bud Spencer Filmen sind im Bud-Spencer-Museum ausgestellt.
Filmklappen und Ausweise aus Bud Spencer Filmen sind im Bud-Spencer-Museum ausgestellt.
© Foto: Jörg Carstensen
Gezeigt werden Videos und Drehbücher, Auszeichnungen und Accessoires. Ein Mantel aus dem 1970er-Jahre-Film „Auch die Engel essen Bohnen“ zum Beispiel. Ein Großteil der Stücke stamme aus dem Besitz der Familie, sagt Museumsleiter Matteo Mancini. Auch eine lebensgroße Figur des Schauspielers wird ausgestellt.

Fantreffen im September in Templin

Der Italiener Bud Spencer – bürgerlich Carlo Pedersoli – spielte in Filmen wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“ und „Sie nannten ihn Plattfuß“ mit. Er war oft im Doppelpack mit Terence Hill zu sehen. Die beiden haben bis heute viele Fans – im September soll es ein Fantreffen im brandenburgischen Templin geben. Aber was macht das Phänomen eigentlich aus?
Viele würden Bud Spencer noch aus ihrer Kindheit kennen, sagt Eric Heyse. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder arbeitet er als ehrenamtlicher Kurator für die Ausstellung. Beeindruckt habe ihn als Kind die Statur von Bud Spencer, das Kumpelhafte. Und auch die Tatsache, dass er es geschafft habe, „fünf Banditen innerhalb von drei Minuten auf die Bretter zu legen“.
Mit dem Erwachsenwerden habe man das Ganze noch mal neu entdeckt, sagte Heyse. Dann finde man plötzlich die Sprüche toll. Etwa in einer Szene aus „Vier Fäuste gegen Rio“, in der beide im Wagen sitzen und sich über das Dinner unterhalten – „Wie wollen die uns denn die Hirse servieren? Im Käfig oder auf dem Fensterbrett?“. Es sei toll, diese Szenen mit anderen Menschen gemeinsam zu gucken.

Ausstellung über Bud Spencer ist zunächst für zwei Jahre in Berlin zu sehen

Die Ausstellung soll nach den Plänen der Organisatoren die kommenden zwei Jahre dort sein und ist von einer Schau in Neapel inspiriert. Die Organisatoren betreiben auch eine Ausstellung zu Terence Hill im sächsischen Lommatzsch bei Dresden. Ursprünglich sollte die Berliner Schau im vergangenen Jahr am Alexanderplatz öffnen. Dann kam die Pandemie.
Nun liegt sie am Boulevard Unter den Linden, einer Straße also, an der viele Touristinnen und Touristen vorbeikommen. Geplant sind ein Fanshop mit T-Shirts und Lederwaren. Auch Eiscreme und Kaffee von Terence Hill sollen verkauft werden. Klar, das Ganze soll auch Geld einbringen. Es wurde überlegt, was Fans gerne sehen wollen. Womit will man sich gerne mal fotografieren?
Ein Toaster, auf dem Fotos von einigen Szenen aus Bud Spencer und Terence Hill Filmen zu sehen sind, ist im Bud-Spencer-Museum Berlin ausgestellt.
Ein Toaster, auf dem Fotos von einigen Szenen aus Bud Spencer und Terence Hill Filmen zu sehen sind, ist im Bud-Spencer-Museum Berlin ausgestellt.
© Foto: Jörg Carstensen

Toaster, der eine Bud-Spencer-Faust aufs Brot brennt

Dass sich mit Bud Spencer durchaus Geld verdienen lässt, zeigt auch ein Blick in die Ausstellung. Es gibt alte Videospiele mit ihm und einen Toaster, der eine Faust aufs Brot brennt.
In der Ausstellung finden sich nach Angaben der Veranstalter auch viele Dinge, die von Fans stammen. Zum Beispiel Nachbauten aus Filmen mit Lego-Steinen.
Bud Spencer sei jedenfalls mehr gewesen als nur ein ziemlich großer Kerl und Schauspieler, sagt Museumsleiter Mancini. Zum Beispiel auch Sportler, Pilot und Musiker. Er habe mit seinen Filmen Fröhlichkeit gebracht und auf der richtigen Seite gestanden, „auf der Seite der Schwächeren“.
In Deutschland, sagt jedenfalls Mancini, sei die Fanbase von Bud Spencer größer als in Italien.

Bud Spencers Filmpartner lebte mal in Sachsen

Terence Hill wurde 1939 in Venedig geboren. 1943 zog seine Familie nach Lommatzsch bei Dresden, wo bereits seine Großeltern wohnten und sein Vater als Chemiker für die Schering AG arbeitete. In Lommatzsch verbrachte Hill bis 1945 den restlichen Teil seiner Vorschulzeit und erlebte die schweren Luftangriffe auf Dresden Ende 1944 und Anfang 1945 mit. 1947 zog die Familie zurück nach Italien.