Geschichtsfans aufgepasst: Wer in der vergangenen Woche die Sendung „Jahrhundertbauwerk Trasse“ im Ersten verpasst hat, kann sie kommendes Wochenende nochmal sehen. Diesmal soll sie noch länger gehen: statt 45 Minuten ganze 90 Minuten.
25.000 DDR-Bürger gingen in die Sowjetunion, um die damalige größte Erdgas-Trasse der Welt zu bauen. Viele von ihnen verdienten viel Geld, erlebten ein ungeahntes Abenteuer an dem Projekt. Über das, was sie erlebt haben gibt es jetzt einen Dokumentationsfilm im Ersten.
  • Wann kommt der Film „Jahrhundertbauwerk Trasse“ in TV und Stream?
  • Wird es den Film in der Mediathek geben?
  • Worum geht es in dem Film?

Doku über den Bau der Trasse in der Sowjetunion

Die Doku „Jahrhundertbauwerk Trasse“ kam in der ARD als Teil des Programms „Geschichte im Ersten“. Dort gibt es viele weitere spannende Filme insbesondere zur DDR-Geschichte oder zu Ostdeutschland heute. Der neuste Film passt also perfekt ins Programm.
  • Titel: Jahrhundertbauwerk Trasse – wie das russische Erdgas in den Westen kam
  • Erscheinungstermin: 28.11.2021 um 20:15 Uhr
  • Im TV: MDR-Fernsehen
  • Mediathek: 30 Tage lang nach der Ausstrahlung in der ARD-Mediathek

ARD-Doku „Jahrhundertbauwerk Trasse“: Darum geht es

In den 70er und 80er Jahren arbeiten mehr als 25.000 DDR-Bürger und Bürgerinnen in der Sowjetunion. Sie verlegen die bis dahin größte Erdgasleitung der Welt. Für sie ist es das Abenteuer ihres Lebens. Ihre "Trassen" überqueren die großen und mächtigen Flüsse Dnepr und Dnestr. Erstmals erleben die Arbeiter und Arbeiterinnen aus der Deutschen Demokratischen Republik in der Sowjetunion einen Hauch von Freiheit, den sie in der DDR nicht spüren. Viel Geld verdienen sie an der Trasse, doch ebenso viel haben sie auszuhalten. Sie sind Gefahren ausgesetzt, Kargheit, wilder Natur und Einsamkeit. Zudem werden sie von ihrem Staat auch im Wilden Osten überwacht.
Arbeiterinnen mit "Drushba-Trasse"-T-Shirts beim Feiern, 1970er, Ukraine. Wo kommt die neue ARD-Doku am Montag? Wird sie auch in der Mediathek zu sehen sein?
Arbeiterinnen mit „Drushba-Trasse“-T-Shirts beim Feiern, 1970er, Ukraine. Wo kommt die neue ARD-Doku am Montag? Wird sie auch in der Mediathek zu sehen sein?
© Foto: MDR/Thomas Billhardt/Galerie Camera Work AG
Von all dem erzählt der Film "Jahrhundertbauwerk Trasse", der auf einer zweiten Ebene die Erdgas-Pipeline-Projekte erstmals auch politisch und weltgeschichtlich analysiert. Denn was im Ostblock vor allem als sozialistisches Fortschrittsprojekt betrachtet wird, ist auch für den Westen ein Jahrhundertbauwerk.
Seit den 60er Jahren gibt es Versuche, vom sowjetischen Rohstoff-Reichtum zu profitieren. Das daraus resultierende Erdgas-Röhren-Geschäft von 1970 ist nicht weniger als der größte West-Ost-Handelsvertrag der Nachkriegsgeschichte. Westeuropa liefert Rohre und gibt Kredite. Der Osten baut und liefert Gas. Allen Widrigkeiten des Kalten Krieges, den internationalen Spannungen und amerikanischen Embargos trotzend, werden die Pipelines fertiggestellt und sind bis heute ein fester Bestandteil der westeuropäischen Energieversorgung. Sind sie am Ende sogar beteiligt am Fall der Mauer? Der Film wagt eine These.
"Jahrhundertbauwerk Trasse – wie das russische Erdgas in den Westen kam" von Regisseur Matthias Schmidt zeigt persönliche Erinnerungen, die berühren. Die Produktion ist ein Materialschatz, in dem bisher unveröffentlichtes Bildmaterial über das Jahrhundertbauwerk und seine Erbauer zu sehen ist.

Geschichte im Ersten: Was es sonst noch gibt

Im Programm „Geschichte im Ersten“ gibt es zahlreiche Filme, die einen Blick auf deutsche Geschichte werfen. Hier eine Auswahl:
  • Hoyerswerda ´91
  • Rastatter Prozesse - Hinter den Kulissen
  • Unsere Dörfer - Niedergang und Aufbruch
  • 40 Jahre Aids - Wir leben noch
  • Immun! Die Geschichte des Impfens