Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen, es werden mehr und mehr Impfdurchbrüche gemeldet, Intensivmediziner schlagen Alarm. Während die Inzidenz in den vergangenen Wochen um den Wert 60 lag, steht sie nun den zweiten Tag in Folge über 100. Viele fragen sich nun: Beginnt die vierte Corona-Welle erst noch so richtig? In einigen Bundesländern wurden die Corona-Regeln zuletzt noch gelockert und durch die 2G-Regel Erleichterungen für Geimpfte geschaffen. Nun haben die Ministerpräsidenten in der Pandemiebekämpfung einen weiter bundeseinheitlichen Rechtsrahmen für die Länder gefordert.
In diesem Artikel bereiten wir jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland auf.
  • Wie hoch liegt die Inzidenz?
  • Wie viele Neuinfektionen gibt es?
  • Wie hoch ist die Hospitalisierungsrate?
  • Wie sehen die Corona-Zahlen der einzelnen Bundesländer im Vergleich aus?

Corona-Zahlen heute, am 24.10.21: Inzidenz, Neuinfektionen, Hospitalisierung laut RKI

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt leicht: Die Corona-Zahlen des Robert Koch-Instituts in Deutschland vom Sonntag, 24.10.2021:
  • Sieben-Tage-Inzidenz: 106,3 (Vortag: 100,0; Vorwoche: 72,7)
  • Neuinfektionen heute: 13.732
  • Infektionen gesamt: 4.466.157
  • Neue Todesfälle: 23
  • Todesfälle gesamt: 95.100
  • Impfquote (Erstimpfung): 69,1 Prozent
  • Impfquote (vollständig): 66,2 Prozent
  • Hospitalisierungsrate: Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 2,68 an (Donnerstag 2,45). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit 2020 bei rund 15,5.
„Zeit Online“ berichtet, dass 12.382 Infektionen sowie 62 neueTodesfälle registriert worden sein sollen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz würde damit auf 102,7 ansteigen. Die Corona-Zahlen von „Zeit Online“ zum Infektionsgeschehen in Deutschland basieren eigenen Angaben zufolge auf den direkten Werten der Landkreise. Sie sollen weniger von Verzögerungen in den Meldeketten betroffen sein als die Werte des Robert Koch-Instituts und können daher abweichen.

Corona-Zahlen der Bundesländer – So hoch sind die Inzidenzwerte in allen Regionen Deutschlands

Ein Blick auf die Corona-Zahlen der einzelnen deutschen Bundesländer: Wo ist die Inzidenz aktuell am höchsten und wo am niedrigsten?
  • 219,7 – Thüringen
  • 178,0 – Sachsen
  • 172,7 – Bayern
  • 136,0 – Baden-Württemberg
  • 115,2 – Berlin
  • 92,2 – Sachsen-Anhalt
  • 92,2 – Hamburg
  • 84,4 – Brandenburg
  • 79,3 – Hessen
  • 70,6 – Bremen
  • 68,9 – Nordrhein-Westfalen
  • 68,6 – Rheinland-Pfalz
  • 60,7 – Niedersachsen
  • 60,0 – Mecklenburg-Vorpommern
  • 56,6 – Schleswig-Holstein
  • 53,4 – Saarland
Die meisten Neuinfektionen wurdem Bericht von „Zeit Online“ zufolge mit 3269 Fällen in Bayern registriert. Dahinter rangieren Baden-Württemberg mit 2145 und Nordrhein-Westfalen mit 1676 Neuinfektionen. Auf Städte- und Kreisebene verzeichnete Berlin mit 707 die meisten neuen Fälle. Dahinter folgen die Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 267 und Hamburg mit 266 Neuinfektionen innerhalb eines Tages.

Inzidenzen und Neuinfektionen gestern und vor einer Woche

Gestern hat das RKI 15.145 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Vor einer Woche, am Sonntag, 17.10.2021, waren es 8682 Neuinfektionen.
Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im Jahr 2021 hatte es in Deutschland am 26. April 2021 mit einem Wert von 169,3 gegeben. Danach war sie – von wenigen Ausnahmen abgesehen – stetig gesunken. Den Tiefststand erreichte sie am 6. Juli. Da lag die Inzidenz bei 4,9.
Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig werden daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt.

Corona-Zahlen weltweit: Tote und Infizierte laut Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldete am Sonntag (Stand 6 Uhr) weltweit mehr als 243,3 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 4,9 Millionen Menschen. Diese drei Länder waren und sind aktuell insgesamt am stärksten betroffen:
  • USA: 45.400.466 Infizierte und 735.373 Tote
  • Indien: 34.159.562 Infizierte und 453.708 Tote
  • Brasilien: 21.711.843 Infizierte und 605.139 Tote
  • Deutschland verzeichnet laut JHU aktuell 4.466.157 Infizierte und 95.100 Tote.

1,5 Millionen Menschen in Deutschland haben Auffrischungsimpfung bekommen

Fast 70 Prozent der Menschen in Deutschland sind mindestens einmal geimpft. Das sind knapp 57,4 Millionen Menschen (69,1 Prozent), wie aus den Daten des RKI vom Freitag hervorgeht. 66,1 Prozent der Gesamtbevölkerung (54,9 Millionen Menschen) ist inzwischen vollständig geimpft. Bei aktuell im Mittel rund 124 400 Impfungen pro Tag wird laut Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums im Schnitt rechnerisch mehr als eine Person pro Sekunde geimpft.
Eine Auffrischungsimpfung haben inzwischen 1,5 Millionen Menschen in Deutschland bekommen. In den vergangenen sieben Tagen wurden täglich im Schnitt rund 40 000 Auffrischungsimpfungen verabreicht. Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie für Menschen ab 70, Pflegepersonal und medizinisches Personal mit direktem Kontakt zu Patienten, Menschen, die den Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen haben und für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

RKI warnt vor beschleunigtem Anstieg der Corona-Fallzahlen

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland könnten nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts in der kommenden Zeit dynamisch anwachsen. „Es ist damit zu rechnen, dass sich im weiteren Verlauf des Herbstes und Winters der Anstieg der Fallzahlen noch beschleunigen wird“, schreibt das Institut in seinem neuen Wochenbericht zur Pandemie, der am Donnerstagabend erschienen ist. Auch Intensivmediziner schlagen Alarm, weil mangels Pflegepersonals viele Intensivbetten nicht mehr betrieben werden könnten.
Beginnt die vierte Corona-Welle erst jetzt so richtig? Was das RKI über die weitere Entwicklung sagt, wie die Lage auf den Intensivstationen aussieht und wie Impfdurchbrüche einzuordnen sind, zeigt folgender Artikel:

Landkreistag mahnt Debatte über Impfpflicht für Pflegekräfte und Lehrer an

Nach der Zunahme der Corona-Infektionen mahnt der Landkreistag eine Debatte über eine Impfpflicht für Pflegekräfte und pädagogisches Personal an. „Wir werden nicht umhinkommen, über eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppe wie Lehrer, Erzieherinnen oder Pflegekräfte zu diskutieren“, sagte der Präsident des deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). „Das gehört im Herbst definitiv auf die politische Tagesordnung“. Man müsse sich bewusst machen, dass bislang auch diejenigen geschützt würden, „die sich aus freien Stücken gegen einen Impfschutz entschieden haben“. Das habe zwar seine Berechtigung, jedoch müsse ab einem gewissen Punkt „die Frage erlaubt sein, wie lange die Gesellschaft das so mittragen kann“.
Sager forderte überdies, Bund und Länder sollten sich auf einen Ausstiegspfad aus den Corona-Einschränkungen verständigen „und den Menschen damit eine klare Perspektive geben“. Ein Auslaufen der epidemischen Lage des Bundes nannte er demnach „richtig“. Masken, Abstand und Lüften sollten dennoch über die Wintermonate
eingehalten werden. Dies funktioniere auch über Regelungen der
Länder.