• Der Bundestag hat beschlossen, dass die Hopsitalisierungsrate der neue wichtigste Richtwert für die Bewertung der Corona-Pandemie werden soll
  • Striktere Corona-Beschränkungen für Ungeimpfte treffen laut einer Umfrage mehrheitlich auf Zustimmung
  • Der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin am Uniklinikum Jena, Mathias Pletz, hatte am Wochenende davor gewarnt, Corona-Maßnahmen an Schulen vorschnell aufzuheben
  • Das Coronavirus treffe im Osten auf eine im Vergleich zum Westen hohe Zahl von Ungeimpften, sagte der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz. Zudem sei die Zahl derer groß, die Schutzmaßnahmen verweigerten.

Neue RKI-Fallzahlen am 08.09.2021: Hospitalisierung, Inzidenz, Corona-Neuinfektionen, Todesfälle

Die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland vom Mittwoch, 08.09.2021:
  • Sieben-Tage-Inzidenz: 82,7 (Vortag: 83,8 ; Vorwoche: 75,7
  • Hospitalisierungsrate: 1,69
  • Neuinfektionen heute: 13.565
  • Infektionen gesamt: 4.030.681
  • Neue Todesfälle: 35
  • Todesfälle gesamt: 92.448
  • Impfquote (Erstimpfung): 65,9 Prozent
  • Impfquote (vollständig): 61,5 Prozent

Aktuelle Werte der Bundesländer – Inzidenzen in Deutschland am 08.09.2021

Die Inzidenzwerte steigen in ganz Deutschland an. Ein Blick auf die Corona-Zahlen der einzelnen deutschen Bundesländer: Wo ist die Inzidenz aktuell am höchsten und wo am niedrigsten?
  • 117,6 – Bremen
  • 113,6 – Hessen
  • 109,4 – Nordrhein-Westfalen
  • 103,0 – Rheinland-Pfalz
  • 91,0 – Baden-Württemberg
  • 89,2 – Saarland
  • 81,0 – Berlin
  • 78,9 – Hamburg
  • 77,5 – Bayern
  • 71,6 – Niedersachsen
  • 49,1 – Schleswig-Holstein
  • 38,3 – Thüringen
  • 37,5 – Brandenburg
  • 36,4 – Mecklenburg-Vorpommern
  • 32,2 – Sachsen
  • 25,3 – Sachsen-Anhalt

Neuinfektionen und Corona-Inzidenz gestern und vor einer Woche

Gestern hatte das RKI für Deutschland 6726 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Vor einer Woche, am Mittwoch, 01.09.2021, sind 13.531 Neuinfektionen gemeldet worden.
Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte es in Deutschland am 26. April 2021 mit einem Wert von 169,3 gegeben. Danach war sie – von wenigen Ausnahmen abgesehen – stetig gesunken. Den Tiefststand erreichte sie am 6. Juli. Da lag die Inzidenz bei 4,9. Nun steigen die Zahlen und die Inzidenz wieder – auch aufgrund der neuen Delta-Variante. Sie sind aber aktuell – im Vergleich zu anderen Ländern Europas – noch auf moderatem Niveau.
Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Hospitalisierungsrate Covid-19 aktuell in Deutschland – Krankenhäuser und Intensivstationen

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch, 08.09.2021, mit 1,69 an (Vortag 1,64). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz erfolgt nach RKI-Angaben auf Basis des Meldedatums an das lokale Gesundheitsamt. Zwischen einer Infektion und der Krankenhauseinweisung vergehen demnach im Schnitt etwa zehn Tage, dieser Wert spiegelt die Infektionslage also merklich verzögert wider.

Corona-Zahlen weltweit: Tote und Infizierte laut Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet heute (Stand 6 Uhr) weltweit mehr als 221 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 4,5 Millionen Menschen. Diese drei Länder sind aktuell am stärksten betroffen:
  • USA: 40.280.001 Infizierte und 650.511 Tote
  • Indien: 33.058.843 Infizierte und 441.042 Tote
  • Brasilien: 20.914.237 Infizierte und 584.108 Tote
  • Deutschland verzeichnet laut JHU aktuell 4.039.667 Infizierte und 92.463 Tote.

Hospitalisierungsrate wird neuer wichtigster Corona-Richtwert

Die Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie orientieren sich künftig vor allem an der Zahl der Menschen, die wegen ihrer Infektion ins Krankenhaus kommen. Der Bundestag beschloss am Dienstag eine Neufassung des Infektionsschutzgesetzes, mit der die Hospitalisierungsrate zur wichtigsten Größe für die Maßnahmen der Länder zur Eindämmung der Pandemie wird. Beschlossen wurde zudem die Auskunftspflicht von Beschäftigten in Kitas, Schulen und Heimen zu ihrem Impfstatus.
Die Neuregelungen wurden mit breiter Mehrheit im Bundestag angenommen, sie waren formal Teil des Gesetzes für die Hochwasserhilfen. Konkret ist im neuen Infektionsschutzgesetz vorgesehen, dass die Zahl der Corona-bedingten Krankenhauseinweisungen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen „wesentlicher Maßstab für die weitergehenden Schutzmaßnahmen“ wird.
Weitere Indikatoren „wie die unter infektionsepidemiologischen Aspekten differenzierte Anzahl der Neuinfektionen“, die verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten und die Anzahl der geimpften Menschen sollen bei der Bewertung des Infektionsgeschehens berücksichtigt werden.

Hospitalisierungsrate: Länder legen Grenzwert selbst fest

Bundesweit einheitliche Werte soll es dafür nicht geben. Die Landesregierungen sollen unter Berücksichtigung der jeweiligen stationären Versorgungskapazitäten in einer Rechtsverordnung selbst Schwellenwerte für die Hospitalisierungsrate festlegen.
Die Auskunftspflicht in Kitas, Schulen sowie Alten- und Pflegeheimen gilt für die Dauer der epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Die Auskunft der Beschäftigten zu ihrem Impfstatus soll der Arbeitsorganisation dienen, arbeitsrechtliche Konsequenzen sind dabei ausgeschlossen.

Corona-Zahlen in Brandenburg höher als vor einer Woche

Auch in Brandenburg breitet sich das Coronavirus weiter aus. In den vergangenen sieben Tagen steckten sich 37,5 von 100.000 Menschen an, wie das Robert Koch-Institut in Berlin am Mittwoch, 08.09.2021, mitteilte. Das war deutlich mehr als am Mittwoch vor einer Woche, als es 28,3 waren.
Verglichen mit Dienstag gab es jedoch nur einen leichten Anstieg. Der höchste Wert der Landkreise und kreisfreien Städte in Brandenburg wird aus Elbe-Elster gemeldet (74,2), der niedrigste aus Frankfurt (Oder) (1,8).

Corona-Inzidenz in Sachsen wieder leicht gestiegen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Sachsen wieder über den Wert von 30 gestiegen. Die sächsischen Gesundheitsämter meldeten dem RKI von Dienstag auf Mittwoch 402 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und damit eine Inzidenz von 32,2. Am Vortag hatte die Zahl der Infektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche bei 29,3 gelegen. Sachsen bleibt hinter Sachsen-Anhalt (25,3) das Bundesland mit der niedrigsten Inzidenz. Bundesweit liegt die Inzidenz bei 82,7.
Die landesweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz wiesen am Mittwoch der Landkreis Zwickau mit 53,2 und die Landeshauptstadt Dresden mit 48,7 auf. Die sachsenweit geringsten Werte wurden für die Landkreise Bautzen (15,1) und Nordsachsen (17,7) angegeben.