In der tschechischen Grenzregion um Usti nad Labem (Aussig an der Elbe) sind die Krankenhäuser wegen der vierten Corona-Welle an der Kapazitätsgrenze. Drei Intensivpatienten müssen mit Rettungswagen und einem Hubschrauber aus überlasteten Kliniken in Usti und Teplice nach Prag und Pilsen (Plzen) verlegt werden, wie das nationale Koordinationszentrum für Patientenverteilung am Mittwoch, 1. Dezember, bekannt gab. In den nächsten Tagen sollen in Nordböhmen zusätzliche Kapazitäten auf den Corona-Stationen geschaffen werden. Usti nad Labem liegt knapp 50 Kilometer südlich von Dresden.
In Tschechien gab es innerhalb von sieben Tagen 1193 Neuansteckungen je 100.000 Einwohner, wie aus den aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging. Am stärksten betroffen sind weiter die östlichen Landesteile. Knapp 6,4 Millionen der 10,7 Millionen Einwohner Tschechiens sind vollständig geimpft. Das Gesundheitssystem des EU-Mitgliedsstaats leidet seit Jahren an Personalmangel, da gut qualifizierte Ärzte und Pflegekräfte aufgrund schlechter Bezahlung ins westliche Ausland gehen. Deutschland hat Tschechien als Corona-Hochrisikogebiet eingestuft und warnt vor touristischen Reisen.
Tschechien hat Ende November im Kampf gegen das Coronavirus in vielen Bereichen die 2G-Regel ein. „Wir haben uns vom bayerischen Modell inspirieren lassen“, sagte der bis Ende November geschäftsführende Ministerpräsident Andrej Babis nach einer Kabinettssitzung in Prag. Wer eine Gaststätte oder ein Hotel besuchen will, muss seit Montag, 22.11.2021, vollständig geimpft oder genesen sein – ein negativer Test reicht nicht mehr. Dies gilt auch für Dienstleistungen wie Friseure sowie für Großveranstaltungen. Zudem sollen wieder flächendeckend Schnelltests in Firmen eingeführt werden.

Corona in Tschechien: aktuelle Fallzahlen, Inzidenz, Impfquote vom 02.12.2021

  • Neuinfektionen: 22.042 (JHU-Daten vom 01.12.2021)
  • Fälle insgesamt: 2.172.084
  • Inzidenz: 1193
  • Neue Todesfälle: 117 (JHU-Daten vom 01.12.2021)
  • Tote insgesamt: 33.186
  • Impfquote Erstimpfung: 62,05 Prozent
  • Impfquote Zweitimpfung: 59,36 Prozent