Noch hat Thüringen die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz vom 7. Januar noch nicht komplett umgesetzt. Mit der nächsten Schutzverordnung, die ab 23. Januar gelten soll, würde 2G+ in der Gastronomie auch im Freistaat gelten. Das kündigte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) nach der MPK an. Eine Sache wurde aber doch schon jetzt eingeführt: Die Quarantäne-Regeln.
  • Was sind die neuen Quarantäne-Regeln in Thüringen?
  • Woher weiß ich, ob eine Infektion mit der Omikron-Variante besteht?
  • Ab wann greifen die neuen Regeln?
  • Welche Ausnahmen gibt es?

Quarantäne Erlass: Diese Corona-Regeln gelten ab sofort in Thüringen

Am 11. Januar teilte das Gesundheitsministerium in Thüringen mit, dass es neue Quarantäne-Regeln gibt. Diese gelten ab sofort und insbesondere für Omikron-Infizierte. Die Maßnahmen im Überblick:
  • Wer sich mit Omikron infiziert hat, muss für 10 Tage in Quarantäne
  • Direkte Kontaktpersonen von Omikron-Infizierten müssen auch 10 Tage in Quarantäne
  • Nach sieben Tagen kann man sich mit einem negativen Test freitesten lassen. Dabei kann es ein Antigen- oder ein PCR-Test sein.
  • Wer in einem medizinischen Beruf arbeitet, braucht für die Freitestung einen PCR-Test. Sie müssen außerdem seit mindestens 48 Stunden symptomfrei sein.
  • Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren können sich bereits nach fünf Tagen freitesten lassen.
  • Geboosterte ohne Symptome müssen nicht in Quarantäne
  • Personen, die seit weniger als drei Monaten doppelt geimpft oder genesen sind, sind ebenfalls von der Quarantäne befreit
Wenn die Omikron-Variante in Thüringen wie erwartet vorherrschend wird, werden die Quarantäne-Regeln erneut angepasst. Dann sollen wieder einheitliche Regeln für alle Corona-Infizierten gelten. Die neuen Maßnahmen gelten nur bei einer Omikron-Infektion. Bisher mussten Personen, die eine Omikron-Infektion haben für 14 Tage ohne die Möglichkeit der Freitestung in Quarantäne.

Omikron in Thüringen: Wie wird die Infektion nachgewiesen?

Die neuen Regeln gelten für Infektionen mit Omikron – woher weiß man aber, dass man sich mit dieser Variante angesteckt hat?
Für einen eindeutigen Nachweis ist eine sogenannte Vollgenomsequenzierung notwendig. Diese wird aber vielerorts nicht immer gemacht, da sich nicht jede Probe dafür eignet. Das ist insbesondere bei Proben der Fall, bei denen die Viruslast niedrig ist. Die Sequenzierung benötigt mehr Ausgangsmaterial als der PCR-Test. Um Ressourcen zu schonen, werden ungeeignete Proben gar nicht erst sequenziert. Von den positiven Proben kommen nur 50 bis 60 Prozent für eine Sequenzierung in Frage.
Grundsätzlich erfahren Infizierte in der Regel von ihrem zuständigen Gesundheitsamt, ob sie sich mit Omikron angesteckt haben. Dazu kann auch nur ein variantenspezifischer PCR-Test auf die Omikron-Variante vorliegen.

Quarantäne bei Corona: Welche Regeln gelten sonst?

Welche Regeln gelten zur Quarantäne bei einer Corona-Infektion, die nicht die Omikron-Variante ist? Laut Thüringer Verordnung greifen folgende Maßnahmen:
  • Wer einen positiven Corona-Test hat, eine enge Kontaktperson und symptomatisch ist, muss für zehn Tage in Quarantäne
  • Nach sieben Tagen ist eine Freitestung mit einem negativen Antigentest möglich
  • Nach fünf Tagen kann man sich mit einem negativen PCR-Test freitesten lassen